Mount Bromo and the fumes of greed – Mount Bromo und die Dämpfe der Gier

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Our goal is to get to Mount Bromo, an active volcano and one oft the most visited sights in Indonesia. So we take the nice train again to the town of Probolinggo, where we take a shared car to get to the bus terminal. And now the fun starts.

What is supposed to be the bus terminal, is just a travel agency alongside the road. They try to sell us their overpriced transport to Mount Bromo, of course not the full way up and they insist we book an expensive room far away from the top of the mountain, as everything else was already booked due to the Bromo marathon. Everything in this place smells like scam. The guy from the agency notices our hesitant behaviour and specifically has some problems with an older French guy who is there with us. Suddenly he tells us aggressively to move away from his shop as he gives up hope to make a business with us. I’m fine with it, I wouldn’t want to stay any longer.

So we try to catch another transport to the real bus terminal. But now things seem to have become personal. The guys from the agency are following us and are threatening every taxi or minibus to not take us aboard. They circle around with their motorbikes to ensure we won’t get another transport. I don’t  understand what this bad guy tells the bus drivers, it must be something like „We kill your family if you take them“ or „These guys took a poop on the Indonesian flag“. I feel like in a gangster movie.

Finally we find someone who takes us. As soon as he passes the travel agency our friendly gangsters stop the car and try to get us off. I don’t know how me make it, but we refuse to get out of the car and the driver finally moves on to the bus terminal.

There the public bus already waits for us, but is only departing when it’s full and we are now only five of 15 passengers. After quite a while we are finally 9 people and agree to pay for the missing passengers as there is obviously no other choice to get up. The bus driver seems to know to the travel agency story as he talks about the Probolinggo Mafia ripping off tourists. Funny enough he then starts to ask where we want to stay and where we go next and of course he offers his place and some tours.

After arriving in the small village close to the mountain we are shown his place and suddenly the cheap rooms are no more available, only more expensive ones. Additionally he tries to sell us his 4WD tour to the mountain no matter how often we emphasize we’d like to walk up there. He tells us his little secret that the other guys from the public bus would pay more, but we as his special friends would be given a discount as long as we remain silent about it. He makes a very sad and suffering face once he realizes he won’t sell us his exclusive tour.

Several more location and price changes considering the room later we are happy to move on on our own to finally find a tiny room with some very very basic facilities. At least no more bargain, no more hassle and we take the room. The only thing that I am surprised about, is the fact here in fact a real marathon IS taking place. The local motorcycle drivers, whose offers we refuse, are laughing hatefully as well as guys in a restaurant we initially intended to visit.

I am perfectly fine with villagers making some tourist business as long as it is transparent and friendly. This whole places however appears pretty corrupted by the lure of tourist dollars, it’s in the hand of some Mafia families who overprice, get very pushy, and if you don’t agree they become really nasty and also aggressive. This place gives off some pretty negative vibes.

Finally we walk to through a moon-like landscape of volcanic dust on our own to the Bromo crater. We are the only ones walking and there is not much else tourist traffic going on as most are here on organized tours in the early morning. I stumble and fall into the volcanic dust, my camera with it, it’s now only working sporadically if at all. We ascend to the crater. I lose a lot of sweat. And finally there is the compensation for all the hassle and annoyance: a huge volcanic crater making thunder noises and giving off immense clouds of sulphuric fumes. The fumes smell like farts, make you cough and burn in the eyes. Breathtaking, metaphorically and literally. I offer the volcano some flowers and throw it inside hoping it might save the village and spare it from the punishment for the greed-driven behaviour of some of its inhabitants.

BROMO1Heute wollen wir zum Mount Bromo, einem aktiven Vulkan und eine der meistbesuchten Attraktionen Indonesiens. Wir fahren wieder mit dem netten Zug. Nach Probolinggo, wo wir ein Sammeltaxi zum Busbahnhof nehmen. Jetzt geht der Spaß erst richtig los.

Was eigentlich der Busbahnhof sein sollte, ist lediglich ein Reisebüro am Straßenrand. Dort will man uns eine überteuerte Transportvariante andrehen, bei der nicht mal die ganze Strecke inbegriffen ist und sie bedrängen uns, weit vom Gipfel entfernt eine saftig bepreiste Unterkunft zu buchen, weil man ja sonst wegen des gerade stattfindenden Bromo Marathons nichts finden würde. Das riecht hier alles nach Betrug. Der Typ von dem Reisebüro bemerkt unser Zögern und kann ganz besonders einen älteren Franzosen nicht ab, der auch grade dort gestrandet ist. Plötzlich werden wir aggressiv angefaucht aus seinem Laden zu verschwinden, nachdem er wohl die Hoffnung aufgegeben hat, mit uns ins Geschäft zu kommen. Kein Problem, ich wollte sowieso nicht länger bleiben.

Also versuchen wir ein anderes Sammeltaxi zum echten Busbahnhof zu erwischen. Aber der Typ nimmt die Sache jetzt richtig persönlich. Er und sein Komplize folgen uns und bedrohen jeden Taxi- und Busfahrer, uns auf keinen Fall mitzunehmen. Sie kreisen mit ihrem Motorrad rum und fangen jeden ab, damit wir auf keinen Fall mit jemand anders fahren können. Ich kann nicht verstehen, was dieser Mafiosi den Busfahrern sagt, wahrscheinlich sowas wie „Deine Frau und Kinder werden erschossen, wenn du sie mitnimmst“ oder „Diese miesen Ausländer haben auf die Fahne Indonesiens gekotzt“. Es ist ein wenig wie in einem Gangsterfilm.

Endlich nimmt uns doch jemand mit, als wir jedoch wieder am „Reisebüro“ vorbeikommen, halten unsere Gangsterfreunde den Wagen an und versuchen uns aus dem Wagen zu bekommen. Keine Ahnung, wie wir es letztlich doch geschafft haben, aber wir weigern uns auszusteigen und wir fahren endlich zum Busbahnhof.

Dort wartet der öffentliche Bus auch schon auf uns, aber er fährt erst los, wenn alle 15 Plätze besetzt sind und wir sind erst zu fünft. Nach einer ganzen Weile sind wir endlich zu neunt und verständigen uns darauf, auch für die leeren Plätze zu zahlen. Wir haben auch keine andere Wahl. Der Busfahrer scheint vom „Reisebüro“ schon Geschichten gehört zu haben, da er über die Probolinggo Mafia erzählt, die Touristen ausnimmt. Lustigerweise fängt er dann selbst an zu fragen, ob wir schon eine Unterkunft haben und was wir vorhaben und bietet uns Touren und eine Bleibe bei ihm an.

Als wir in dem kleinen Dorf am Fuße des Bergs ankommen, zeigt er uns seine Unterkunft und auf einmal sind die versprochenen günstigen Zimmer nicht mehr frei, sondern nur noch die teureren.  Dann versucht er uns noch eine Jeeptour zum Vulkan zu verkaufen, egal wie sehr wir betonen, lieber hoch laufen zu wollen. Dann verrät er uns noch mit konspirativem Blick, dass die Mitreisenden im Bus für die gleiche Tour viel mehr bezahlen würden, aber wenn wir Stillschweigen bewahren, bekämen wir als seine besonderen Freunde natürlich einen tollen Rabatt. Er macht ein sehr enttäuschtes und schwer leidendes Gesicht als er es endlich einsieht, dass wir seine exklusive Tour nicht buchen werden.

Einige Zimmeränderungen und Preiserhöhungen später ziehen wir frohgemut weiter, um auf eigene Faust woanders ein ziemlich kleines Zimmer ohne jeglichen Komfort zu finden. Wenigstens kein Gezerre und kein ewiges Verhandeln mehr – wir nehmen es. Das einzige, worüber ich wirklich überrascht bin, ist die Tatsache, dass der Bromo Marathon tatsächlich stattfindet. Lokale Motorradfahrer, deren Transportangebote wir ausschlagen, verfallen ebenso in gehässiges Gelächter wie Leute in einem Restaurant, dass wir eigentlich besuchen wollten.

Ich finde es völlig in Ordnung, wenn die Dorfbewohner mit dem Tourismus ihr Geld verdienen, solange ein gewisses Maß an Transparenz und Höflichkeit gewahrt bleibt. Dieser Ort wirkt jedoch ziemlich verdorben von der Verlockung nach Touristendollars. Er befindet sich in der Hand einiger Mafiafamilien, die Wucherpreise verlangen, die Leute bedrängen und wenn man nicht mitmacht, werden sie sehr unangenehm und richtig aggressiv. Von diesem Ort gehen sehr negative Schwingungen aus.

Schließlich laufen wir durch eine mondartige Landschaft aus Vulkanstaub zum Krater des Bromo. Wir sind die einzigen, die dorthin laufen und auch sonst sind nicht viele Touristen hier, da die meisten auf organisierten Touren am frühen Morgen hierher gekarrt werden. Ich stolpere und lande im Vulkanstaub, ebenso wie meine Kamera, und sie will jetzt nicht mehr so zuverlässig funktionieren, wenn überhaupt. Wir erklimmen schwitzend den Krater. Endlich die große Entschädigung für die ganzen Unannehmlichkeiten: Ein riesiger, laut brodelnder Vulkankrater, der unablässig dichte Schwefelwolken ausstößt. Es riecht nach Furz, man muss husten und es brennt in den Augen. Atemberaubend – wörtlich und bildlich. Ich opfere dem Vulkan ein Blumengebinde und werfe es in seinen Schlund – in der Hoffnung, dass das Dorf gerettet und von der Strafe für das Verhalten einiger seiner Bewohner verschont bleibt.     

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1 thought on “Mount Bromo and the fumes of greed – Mount Bromo und die Dämpfe der Gier”

  1. Mensch Fabian, das liest sich super! Es klingt zwar etwas angsteinflössend, aber vor allem abenteuerlich und spannend und immer mit einer guten Prise Sarkasmus.

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