Auf eigene Faust von Yogyakarta zum Bromo und Ijen Vulkan bis nach Bali

Wie organisiere ich meine Reiseroute von Yogyakarta nach Bali und schaffe es, unterwegs noch die Vulkane Bromo und Ijen zu besteigen? Die Organisation dieser Route, die sich dem Kartenverlauf nach anbietet, scheint viele Rucksackreisende zu beschäftigen. Die schlechte Nachricht: Wirklich einfach wird es in keiner Variante.

In Yogyakarta kann eine komplette Tour gebucht werden, bei der man nach 11 bis 15 Stunden am Bromo ankommt, eventuell ist eine Weiterfahrt nach Ijen Kawah oder sogar bis Denpasar auf Bali Bestandteil der Tour, die auch schon die Unterkunft enthält. Diese Touren kann ich nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber es gibt etliche Berichte, dass die Fahrt anstrengend ist und man mit viel Betrug und Ärger rechnen muss. Die pauschale Tour erscheint recht praktisch, gerade wenn wenig Zeit zur Verfügung steht und man nicht jede Kleinigkeit selbst organisieren möchte. Das heißt jedoch nicht, dass man nicht öfter zusätzlich für Dinge bezahlen muss, von denen man eigentlich angenommen hat, dass sie schon im Tourpreis enthalten wären.

Man kann aber eben auch die ganze Route selbstorganisiert durchzuführen. Ob es am Ende wirklich billiger als die pauschale Tour ist, hängt auch vom Glück ab. Ganz einfach und reibungslos ist es auch nicht, hat aber einige Vorteile:

  • Zugfahren ist deutlich bequemer als stundenlang im Minibus eingequetscht zu sitzen, gerade als großer Europäer. Die Strecken Yogyakarta – Surabaya und Surabaya – Probolinggo lassen sich so recht gemütlich bewältigen.
  • Die Unterkunft kann selbst gewählt werden genauso wie die Restaurants, in denen man isst.
  • Man wird nicht von knappen Zeitplänen eingeengt und von den Guides gedrängelt. Für alles kann man sich Zeit lassen. Man kann ausschlafen oder nicht, wie man möchte.
  • Man muss den nicht enden wollenden Ausführungen der Guides und der Mitreisenden nicht zuhören und hat auch mal seine Privatsphäre. Für manche mag das eigentlich ein Nachteil sein, aber für Introvertierte ist dieser Punkt nicht ganz unwichtig.
  • Man kann stolz auf sich sein, die Reise in einem fremden Land selbst organisiert zu haben anstatt alles einer Reiseagentur überlassen zu haben.

Es gibt mehrere Varianten, diese Route durchzuführen. Die Strecke, die ich genommen habe und hier beschreibe ist folgende:

Yogyakarta – Surabaya – Probolinggo – Cemoro Lawang – Bromo – Probolinggo – Banyuwangi – Ijen – Banyuwangi – Gilimanuk – Denpasar

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1. Yogyakarta nach Surabaya

Der erste Teil ist einfach. Einfach einen Zug von Yogyakarta nach Surabaya nehmen (5 Stunden). Es gibt einen, der fährt um 6.45 Uhr los und ein anderer am späten Nachmittag – beide Business oder Executive Class.

Es gibt alternativ auch einen durchgehenden Economy-Zug von Yogyakarta nach Probolinggo, der jedoch zu spät ankommt, um noch weiter am gleichen Abend nach Cemoro Lawang zu kommen und somit müsste man die Nacht in Probolinggo verbringen.

2. Surabaya

Man kann in der hier vorgeschlagenen Variante stattdessen  in Surabaya übernachten. Über den Aufenthalt in Surabaya hatte ich zuvor wenige Informationen über Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten gefunden oder wie man in dieser Stadt zu Fuß zurecht kommt, wenn man nicht für alles ein Taxi nehmen will. Daher beschreibe ich hier ein paar Optionen.

Man kommt in Surabaya am Bahnhof Surabaya Gubeng an – und fährt von dort auch am nächsten Morgen nach Probolinggo weiter. Vom Bahnhof aus lassen sich einige Unterkünfte zu Fuß erreichen. Die größte Herausforderung ist hierbei das Überqueren der breiten und verkehrsreichen Straßen, ähnlich wie in Jakarta.

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Kartenmaterial: (c) OpenStreetMap contributors

SBY 1Ein erster Anlaufpunkt für die Unterkunft wäre das Sparking Backpackers. Als ich dort war, war es jedoch ausgebucht. Daher lohnt sich eventuell auch das Vorausbuchen. Man kann es aber auch ein Stück weiter im Kenongo Hotel (ab 310 000 Rp) oder Hotel 88 (ab 345 000 Rp) gegenüber probieren.

Surabaya ist nicht gerade für seine Touristenattraktionen bekannt, aber so übel ist es dort wiederum auch nicht. In der Umgebung befinden sich ein Bambusdenkmal und ein historisches U-Boot. Für 10 000 Rp kann man das Innere dieses ehemals sowjetischen U-Boots besichtigen und die beklemmende Stimmung nachfühlen. Wer sich für Geschichte oder Militär interessiert, kann sich auf diese Weise die Zeit in Surabaya vertreiben. Neben dem U-Boot befindet sich eine große Mall mit Fastfoodketten und gegenüber sind ein paar Straßenstände mit indonesischem Essen.

3. Surabaya – Probolinggo – Cemoro Lawang

Um 9 Uhr morgens fährt ein Zug von Surabaya nach Probolinggo (Business oder Executive Class, 2 Stunden). Am Bahnhof angekommen erwarten einen schon die Bemo-Fahrer. Es ist vielleicht keine schlechte Idee, diese zu ignorieren und ein Stückchen weiter weg ein anderes Bemo zum Busterminal zu nehmen, dessen Fahrer nicht mit der örtlichen Tourismusmafia zusammenarbeitet. Mit Bemo Nr. D gelangt man zum Terminal. Sowohl die ehrlichen als auch die mafiösen Bemos kosten 5 000 Rs.

Man sollte sicherstellen, wirklich am Busterminal abgesetzt zu werden und nicht an einem dubiosen Reisebüro (Erfahrungsbericht siehe hier). Eines dieser Büros liegt gegenüber einer Tankstelle, daran könnte man es erkennen. Die Leute dort können sehr aufdringlich und unangenehm werden. Wer dennoch dort strandet, kann versuchen, erneut ein Bemo (Nummer D, F oder G zum Terminal) zu nehmen oder etwa einen Kilometer die Hauptstraße weiter zu laufen.

Gleich außerhalb des Terminals an der Hauptstraße warten blau-grüne Minibusse auf Passagiere nach Cemoro Lawang. Der Preis pro Person wird mit 35 000 Rs angegeben. Das Problem ist, dass der Bus erst abfährt, wenn er voll ist. Und das kann Stunden dauern, wenn es denn überhaupt passiert. Die Einheimischen benutzen diese Busse nicht, nur die Touristen. Falls nicht genügend Passagiere zusammenkommen, muss der Rest für die fehlenden Plätze aufkommen und insgesamt 525 000 Rs bezahlen, damit der Bus überhaupt losfährt.

Einmal im Minibus drinnen sitzend hört das Schleppen und Verkaufen jedoch nicht auf. Oft wird einem eine Unterkunft angeboten, die man sich durchaus anschauen kann. In meinem Fall lief das jedoch auf eine weitere anstrengende Geschichte hinaus und ich bin woanders untergekommen.

4. Bromo

BROMO2Bereits im Bus wird versucht, die Jeeptouren zum Vulkan am frühen Morgen zu verkaufen. Ich war an einem Wochenende dort. Daher wurde wie folgt argumentiert: Der offizielle Eintritt für Ausländer kostet am Wochenende 320 000 Rp (vor 2014 nur 75 000 Rp), daher wäre die Jeeptour mit 350 000 Rp nur unwesentlich teurer und man würde zudem gefahren werden. An Wochentagen ist der Eintrittspreis etwas geringer.

Um den Vulkan zu sehen, gibt es bezüglich des Gebührenregimes im Wesentlichen drei Varianten.

  1. Selbst zu Fuß laufen. Am Checkpoint die offizielle Gebühr bezahlen (von der Bushaltestelle im Dorf die Gabelung links nach oben laufen). Das Geld geht direkt an die staatlichen Behörden. Man betrügt nicht und nimmt den drastischen Unterschied zwischen den Eintrittspreisen für Einheimische und Ausländer in Kauf.
  2. Es ist möglich, zum Krater zu laufen, ohne die Checkpoints zu passieren, insbesondere nachmittags. Von der Bushaltestelle in Cemoro Lawang hält man sich an der Gabelung rechts und läuft nach oben in Richtung Cemara Indah Hotel bis zum Rand der Erhebung. Von hier führt ein staubiger, steiler Pfad nach unten zur Sandwüste, die man durchqueren muss, um zum Krater zu gelangen. Wenn man ein Schild sieht, das Touristen davor warnt, hier entlang zu gehen, da dieser Weg nur für Einheimische sei, dann ist man richtig. Bei dieser Variante muss man damit leben können, sich als relativ wohlhabender Ausländer um die offiziellen Gebühren herumgemogelt zu haben und fürchten, von einem Ranger erwischt zu werden. Es ist nicht so, dass ich diese Variante empfehlen würde. Ich sage nur, es ist möglich, so zu verfahren. Man kann jedoch ohne schlechtes Gewissen die Aussichtspunkte kostenlos besuchen, da sich diese außerhalb des Nationalparks befinden.
  3. Man bucht die Jeeptour. Man wird bequem über weite Strecken gefahren und fährt in der Karawane mit allen anderen am frühen Morgen los. Es kann daher recht voll werden. Zu beachten ist, dass die 350 000 Rp nun nicht etwa an die Nationalparkbehörde weitergeleitet werden und auch kein offizielles Ticket enthalten, sondern dass es lediglich toleriert wird, dass das ganze Geld direkt an die lokale Tourismusmafia geht. Vor 2014 kostete die Jeeptour 150 000 Rp und mit der Preiserhöhung der Nationalparktickets wurde auch der Preis für die Tour erhöht, ohne dass man dafür mehr Leistung erhalten würde.

5. Cemoro Lawang – Probolinggo – Banyuwangi

In Cemoro Lawang wird man häufig und hartnäckig nach dem nächsten Reiseziel gefragt werden, um eine Tour zum Ijen oder VIP-Busse nach Bali angedreht zu bekommen. Die mangelhafte Vertrauenswürdigkeit der örtlichen Unternehmer lassen es als vernünftige Alternative erscheinen, stattdessen den Minibus nach Probolinggo zurück zu nehmen, um von dort nach Banyuwangi oder Bromowoso zu gelangen.

Wer im Busterminal nach einer Verbindung nach Banyuwangi fragt, endet häufig letztlich doch wieder in einem privaten Reisebüro, so wie es auch mir ergangen ist. Es wird einem als Ausländer hier wirklich nicht leicht gemacht, den öffentlichen Busverkehr zu benutzen. Allerdings ist bei mir alles halbwegs in Ordnung verlaufen, der sogenannte VIP-Bus nach Banyuwangi kostet 125 000 Rp – ein klimatisierter Minibus. Billiger wird es wahrscheinlich, wenn man außerhalb des Busterminals an der Hauptstraße einen Bus mit Beschilderung Banyuwangi anhält in der Hoffnung, dass sich die lokale Tourismusmafia nicht wieder einschaltet und den Plan sabotiert. Der öffentliche Bus dürfte um die 50 000 Rp kosten. 

6. Banyuwangi – Ijen

Die Fahrt endet am Busterminal oder am Fährhafen einige Kilometer nördlich vom Zentrum Banyuwangis. Von hier fahren Bemos Richtung Süden, man kann entweder zum Berlin Barat Hostel oder zum Hotel Baru fahren, wo man eine Ijen Tour für etwa 600 000 Rp pro Wagen buchen kann. Als Alternative bietet sich 2 Kilometer südlich auf halbem Weg zwischen Hafen und Innenstadt das Hotel Permata an (Jl. You Sudarso No. 22, Tel. 081234673002, Zimmer ab 70 000 Rp). Der Betreiber ist hilfsbereit und hat Touren zum Turtle Beach oder Nationalparks im Angebot, und natürlich auch zum Ijen-Massiv.

IJEN2aDie dort gebuchte Fahrt zum Ijen kostet 125.000 Rp pro Person und beginnt um 1 Uhr in der Nacht. Inbegriffen sind Taschenlampe und Gasmaske – beides unentbehrlich. Am Eingang des Nationalparks sind 100 000 Rp zu entrichten. Ähnlich wie beim Bromo bezahlen Ausländer damit deutlich mehr als Einheimische. Der Fahrer wartet auf dem Parkplatz. Einen Guide braucht man nicht. Es gibt nur einen einzigen Pfad und viele andere Touristen laufen dieselbe Strecke. Man kann sich kaum verlaufen.

Zum Kraterrand benötigt man etwa zwei Stunden. Der Marsch ist sehr anstrengend. Fitness zahlt sich hier wirklich aus. Für Kinder, Ältere oder Gehbehinderte ist dieser Ausflug nicht geeignet. Vom Kraterrand sind es noch ca. 600 Meter nach unten zum Kratersee, von wo aus die fantastischen blauen Flammen zu sehen sind. Die Schwefeldämpfe können sehr unangenehm werden. Sie brennen in den Augen und das Atmen wird erschwert, selbst mit Maske. Der Pfad, der hinunter führt, ist rutschig. Das blaue Feuer ist nur bei Nacht zu erkennen. Während der Dämmerung ist es auch noch sichtbar, aber nach Sonnenaufgang nicht mehr. Daher sollte man sich beeilen. Wer häufige Pausen benötigt, sollte vorher fragen, ob man nicht früher losfahren kann. 

7. Banyuwangi – Gilimanuk – Denpasar

In Banyuwangi kann man mit dem Bemo zum Fährhafen gelangen. Es ist nicht notwendig, mit dem Bus überzusetzen. Man kann einfach zum Loket (Ticketschalter) durchgehen und ein Personenfährticket für 7 500 Rp kaufen. Die Überfahrt nach Gilimanuk auf Bali dauert etwa 45 Minuten.

In Gilimanuk kann man sich im Busterminal neben dem Hafen nach einem lokalen Bus für 40 000 Rp erkundigen, der etwa 5 Stunden nach Denpasar benötigt. Auch dieser Bus fährt erst los, wenn er voll ist. Viel Interesse an dem Bus schien nicht zu bestehen. Alternativ ist es möglich, einen durchgehenden Bus an der Straße außerhalb des Terminals abzufangen, der direkt von der Fähre kommt. Die Direktfahrt nach Denpasar kostet 50 000 Rp plus einen willkürlichen Touristenaufschlag. Nach 3 Stunden erreicht man das ziemlich am Rand von Denpasar gelegene Busterminal. Von dort kann man per Taxi oder privatem Minibus weiterfahren, im Terminal hängt eine offizielle Preisliste für die Minibusse. Mit etwas Glück entdeckt man auch Bluebird-Taxis mit Taxameter.

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