11 Gründe Gili Meno zu besuchen und 11 Gründe, die dagegen sprechen

IMG_2053Die Gilis sind eine Gruppe aus drei kleinen Inseln nahe der größeren Insel Lombok und liegen ein wenig weiter von Bali entfernt. Die Inseln haben Backpacker seit vielen Jahren angezogen. Als ich die größte der Inseln, Gili Trawangan, im Jahr 2010 besucht habe, kam mir die Insel wie ein idyllisches Paradies vor. Allerdings war auch damals schon abzusehen, dass das nicht mehr lange so bleiben und der Touristenstrom zunehmen würde. Auf der aktuellen Reise wollte ich eine der beiden anderen Gili-Inseln einen Besuch abstatten und habe mich für diejenige entschieden, die als entspannteste gilt – Gili Meno.

Und hier sind 11 gute Gründe, warum sich ein Besuch auf Gili Meno lohnt und 11 gute Gründe die dagegen sprechen:

PRO 1: Die Insel ist umständlicher zu erreichen als die Nachbarinseln

Die meisten Schnellboote von Bali oder Fähren von Lombok steuern direkt nur Gili Trawangan oder Gili Air an – auf letzterer gibt es doppelt so viele Unterkünfte wie auf Gili Meno, aber nur halb so viele wie auf Gili Trawangan. Das heißt, für die Reisenden ist ein zusätzliches Stück Weg zu nehmen. Man muss vor Ort noch mit einem kleinen Boot von Trawangan nach Meno fahren. Die Transportbarriere wirkt jedoch als Filter und es sind weniger und weniger anstrengende Touristen als auf den anderen Inseln anzutreffen.

CONTRA 1: Die Insel ist umständlicher zu erreichen als die Nachbarinseln

Wie gesagt – die Anreise ist umständlicher und man muss auf die öffentlichen Boote warten, die nur zwei Mal täglich fahren. Oder man chartert privat ein Boot, was deutlich teurer ist. 

PRO 2: Die Ruhe
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Sonnenuntergang an der Westküste mit Blick auf  Gili Trawangan

Selbst jetzt im Jahr 2015 ist Gili Meno immer noch der Gegenpol zu Gili Trawangan, das fast zu einer Art Schwesterort des lauten Kuta auf Bali geworden ist. Besonders in der Nebensaison wird der Unterschied deutlich. Der Lärm auf Gili Meno hält sich in Grenzen, nur ein paar Hühner, lokale Bauarbeiten sowie Klatsch und Tratsch der Einheimischen. Der durchschnittliche Tourist, der hierher kommt, ist nicht auf Partys aus, sondern sucht einen ruhigen und friedlichen Ort.

CONTRA 2: Die Ruhe

Für Leute, die Party, Abenteuer und Abwechslung brauchen, wird es hier schnell zu ruhig. Neben Schnorcheln und Sonnenbaden gibt es nicht viel zu tun. Und man trifft hier auch kaum andere Leute, mit denen man Party machen kann. Es gibt eigentlich kein Nachtleben hier, nur ein paar gemütliche Strandbars.

PRO 3: Der Strand

Die ganze Insel ist von Strand aus Korallensplittern umgeben. Er ist goldgelb und sieht oft einfach fantastisch aus. An der Ostseite gibt es einige Stellen, wo der Sand richtig fein und pulvrig ist. Man ist zwar selten völlig allein am Strand, aber es gibt immer ausreichend Platz, so dass man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt. Man kann am Strand entlang um die ganze Insel wandern, alle Stellen sind öffentlich und zu Fuß zugänglich. An vielen Restaurants kann man auch Sonnenschirme mieten.

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Blick in Richtung Gili Air
CONTRA 3: Der Strand

An vielen Stellen erodiert der Strand und es handelt sich zumeist nicht um feinen Sandstrand, sondern um ein Gemisch aus Steinen und Korallenresten. Die Füße verletzt man sich schnell, daher sind Sandalen oder Plastikschuhe hilfreich. Leider kann man nur an wenigen Stellen direkt ins Wasser gehen, wie an der Südostseite der Insel. Meistens ist es einfach zu flach, um schwimmen zu gehen und das Wasser steht wenige Zentimeter hoch über Feldern aus Steinen und toten, scharfen Korallen.

PRO 4: Die gute Infrastruktur

Nachdem ich zuvor gelesen hatte, dass die Insel recht abgelegen und spärlich ausgestattet wäre, war ich dann doch über die gute Infrastruktur überrascht. Tatsächlich entwickelt sich alles gerade recht schnell hier. In fast jeder Unterkunft gibt es akzeptables WLAN, die Wege auf der Insel sind befestigt und nachts sogar größtenteils beleuchtet. Viele Bungalows sind mit einer Klimaanlage ausgestattet. Und jetzt im Jahr 2015 gibt es an der Ostseite sogar einen Geldautomaten.

CONTRA 4: Die gute Infrastruktur

Gute Infrastruktur bedeutet aber auch, dass man sich keine Illusionen über die verträumte Abgelegenheit der Insel mehr machen sollte. Und die Insel ist einem Wandel unterworfen, der anscheinend unaufhaltsam voranschreitet. Nahezu jede Familie errichtet zurzeit neue Bungalows auf ihrem Grundstück und bald ist womöglich nahezu jeder Fleck mit Hütten, Hotels und Geschäften anstatt mit wilder Natur belegt. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass der Charme von Gili Meno nicht mehr von langer Dauer sein wird und die Insel lediglich zu einer schlechten Kopie des bereits jetzt überfüllten Gili Trawangan verkommt.

PRO 5: Die Korallen

Die gute Nachricht ist: Korallen können auch ohne Touren oder Bootsausflüge bewundert werden. Man kann an vielen Stellen der Küste einfach ins Wasser gehen, zunächst über den steinigen, flachen Teil laufen und ab und zu kann man ein paar hübsche Korallen und auch große bunte Fische entdecken. Ich habe viele schöne Ecken beim Schnorcheln entdeckt.

CONTRA 5: Die Korallen

Es macht einen schon sehr traurig, wenn man sieht, dass 90 bis 95 Prozent der Korallenbestände ziemlich tot wirken. Weite Teile unter Wasser wirken wie ein riesiger Friedhof – wie wunderschön muss das noch vor einigen Jahren ausgesehen haben. Und ein erhöhtes Touristenaufkommen trägt vermutlich nicht dazu bei, dass sich die Riffe in absehbarer Zeit erholen werden.

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Salzsee im Inselinneren von Gili Meno während der Trockenzeit
PRO 6: Die Menschen

Bei einem ersten Spaziergang über die Insel fällt sofort auf, dass man von den Einheimischen meistens in Ruhe gelassen wird. Kein “Hey Mister” wird einem entgegengerufen und niemand will einem ein Taxi andrehen. Viele Dorfbewohner grüßen einfach freundlich ohne versteckte Absichten. Das wirkt alles ziemlich entspannt.

CONTRA 6: Die Menschen

Manchmal sind sie aber einfach auch zu entspannt. Wer etwas geregelt bekommen möchte, benötigt Geduld. Und die touristischen Dienstleistungen wirken oft nicht sehr professionell. In Restaurants kommt es häufig vor, dass die Bestellungen durcheinander gewürfelt werden, dasselbe passiert mit den Reservierungen in den Bungalows.

PRO 7: Die Musik

Wer auf Gitarrensongs steht, weiß vielleicht die Versuche vieler Einheimischer zu schätzen, Gitarre zu spielen und dazu zu singen – gerade an Nächten, wo sonst nicht viel los ist. Außerdem sind die Inselbewohner gläubige Muslime. Das größte Gebäude ist eine Moschee im Zentrum der Insel und man kann von überall den Gebetsruf hören. Am Abend findet dort eine Art Wettbewerb statt, in welchem sich die Kinder der Insel mit ihrer Interpretation der gesungenen Gebete gegenseitig zu übertreffen versuchen.

CONTRA 7: Die Musik

Man sollte meinen, singende Kinder wären irgendwie süß. Ich bin selbst kein Muslim, aber wenn ich einer wäre, würde ich deren Gesangsversuche nicht gerade als gottesgefällig einschätzen. Das “Singen” ist viel mehr ein Schreien und ich habe mich tatsächlich gefragt, ob die Kinder irgendwie eine Strafe dafür angedroht bekommen, falls sie es wagen, auch nur eine richtige Note zu treffen. Nicht viel besser mit den Amateurmusikern – das sind schließlich die großgewordenen Moscheekindersänger von früher. Sie weisen einen bemerkenswerten Mangel an Talent auf.

PRO 8: Schildkröten

Ja, man kann hier wirklich Schildkröten erleben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man beim Schnorcheln mit einer Schildkröte schwimmt. Für mich war das ein tolles Erlebnis. Und selbst wenn man keine Schildkröten im Meer sieht, kann man noch zur ehrenamtlichen Schildkrötenstation am südostlichen Strand gehen. Dort leben kleine Schildkröten in Wasserbecken und gegen eine Spende kann man der Schildkröte die Freiheit erkaufen und sie selbst ins Meer setzen.

CONTRA 8: Schildkröten

Ein erhöhtes Touristenaufkommen ist vermutlich eher schädlich für die Schildkröten. Je mehr Leute kommen und je mehr Strandgrundstücke bebaut werden, desto weniger Platz bleibt zur Eiablage und der vermehrte Bootsverkehr stört die Schildkröten ebenso.

PRO 9: Keine motorisierten Fahrzeuge

Das passt auch zur Ruhe und Entspanntheit der Insel. Es ist einfach schön, mitten in Indonesien kein Gehupe oder Motorengeräusch hören zu müssen. Pferdekutschen und Fahrräder sind die einzigen Fortbewegungsmittel.

CONTRA 9: Keine motorisierten Fahrzeuge

Die meisten Pferde der Kutschen sind in schlechter Verfassung. Es ist zweifelhaft, ob sie gut behandelt werden und man könnte sich wirklich fragen, ob motorisierter Verkehr den Tieren nicht etwas Leid erspart hätte.

PRO 10: Haustiere

Gili Meno ist eine Mischung aus tropischem Inselparadies und gemütlichem indonesischen Dorf. Im Inselinnern laufen Rinder, Ziegen, Katze und viele Hühner umher. Nicht selten läuft auch eine Hühnerschar samt niedlicher Küken durch den Garten der eigenen Bungalowanlage.

CONTRA 10: Haustiere
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Im Inselinnern

Hühner sind nicht immer leise und gerade der Hahn kräht am frühen Morgen mit voller Kraft. Manchmal riecht es eben auch nach Tier und die Hinterlassenschaften sind auch überall zu entdecken. Wer es wirklich sehr gepflegt und steril sauber mag, dem wird es hier nicht so sehr gefallen.

PRO 11: Das Wetter

Die Gili-Inseln bekommen deutlich weniger Regen als das benachbarte Lombok ab. Die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter ist also recht hoch. Und nahe an der Küste weht häufig eine angenehme Brise.

CONTRA 11: Das Wetter

Es kann hier wirklich enorm heiß werden. Und weniger Regen ist auch nicht immer vorteilhaft. Große Teile der Insel wirken vertrocknet und wenn man am Strand einfach keinen Baum finden kann, unter dem man sich vor der Sonne schützen kann, wird es auch schnell unerträglich heiß und saharaartig.

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Schatten? Fehlanzeige.

Zusammenfassung

Wer nahe Bali eine ruhige und gemütliche Insel ohne großen Schnickschnack sucht, wird hier (noch) fündig. Gerade als Introvertierter hat es seinen Reiz, dass es hier entspannt zugeht und sich die Gefahr der Belästigung durch zu viele und anstrengende andere Touristen in Grenzen hält. Mit dem Besuch sollte man sich jedoch nicht mehr all zu viel Zeit lassen. Die Stille ist womöglich bald Geschichte.

Junge Party- und Alkoholfreunde haben sicher mehr Spaß in Gili Trawangan. Und Frischverliebte, die auf einen gewissen Standard Wert legen, sind auf Gili Air wohl besser bedient. Für meinen Teil kann ich sagen, dass ich den Aufenthalt auf Gili Meno sehr genossen habe und die Insel auf jeden Fall die richtige Wahl war.

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