Backpacking with Siddhartha’s virtues. Siddharthas Fähigkeiten für den Backpacker.

I have recently read Siddhartha by Hermann Hesse for the second time. When Siddhartha leaves the ascetics and desires to work for a merchant, he is asked what he is able to. Siddharta replies:

I can think. I can wait. I can fast.

The merchant is doubtful but nevertheless employs Siddhartha. Actually this conversation came into my mind when thinking about the abilities that are useful for the independent traveller in South East Asia.

Why thinking is useful is easy to explain. You think about plans, directions, where to find good food, how to get a visa, how to translate a word into a local language, to calculate which prices are reasonable and so on.

Being able to wait should never be underestimated as a virtue in South East Asia. Especially when transport is involved. Whether tours or long-distance public transport – people are very quick to sell you the tickets and to rush with them to a place where you are told to … wait. Wait for the bus, wait for the ferry. Wait for another agent who takes you to the real tour agency because this one only works on commission and does not provide any transport itself. Wait for other passengers because the bus only departs when it is crammed with people. Wait for the maintenance team.

When do we start? When does the bus leave? 5 minutes only. You wait. 5 minutes, 10 minutes, 30 minutes, 1 hour. Yes, we leave soon. 5 minutes only. Once you know how to wait, you can relax, have a coffee meanwhile, watch the people. And in the end you almost always arrive at your destination.

And what is the use in fasting? There are food stalls all over the place! Yes, that is right. Keep in mind they are not open always and may not have what you would like to eat. Sometimes your flight departs very early or arrives very late. If you are able to skip meals, everything becomes more flexible. So why not leaving out breakfast? You can take an earlier bus and arrive earlier. The breakfast time in your accommodation might be limited and if you will starve without breakfast, then you cannot be as flexible.

If you are on a tour or in the wild, there is not always a food stall or maybe only expensive tourist restaurants. Wait until you are back in town and have a huge, cheap dinner instead. The human body is able to survive weeks without food, so a backpacker will not die from skipping lunch. So think about it, wait for a while, and fast in the meantime. It helps you staying relaxed.


Ich habe vor kurzem zum zweiten Mal Siddhartha von Hermann Hesse gelesen. Nachdem Siddhartha die Asketen verlässt und für einen Kaufmann arbeiten möchte, fragt ihn dieser nach seinen Fähigkeiten und Siddharta erwidert:

Ich kann denken. Ich kann warten. Ich kann fasten.

Der Kaufmann ist zunächst skeptisch, aber stellt Siddhartha dann letztlich ein. Dieser Dialog fiel mir ein als ich darüber nachgedacht habe, welche Fähigkeiten für den Individualreisenden in Südostasien hilfreich sein können.

Beim Denken ist es einfach. Man benutzt sein Denken, um die Reise zu planen, sich vor Ort zurecht zu finden, etwas Gutes zu essen zu finden, ein Visum zu beantragen, das richtige Wort für einen Begriff in der Landessprache zu finden, die Preise in Euro umzurechnen und auf Angemessenheit zu prüfen und so weiter.

Die Fähigkeit zu warten kann in Südostasien nicht hoch genug geschätzt werden, besonders wenn es um den Transport geht. Egal ob Touren oder öffentlichen Langstreckentransport – beim Ticketverkauf selbst geht alles immer sehr schnell und der Verkaufende eilt mit einem in eine Ecke wo man? … Genau: warten soll. Warten auf den Bus, warten auf die Fähre. Warten auf einen anderen Verkäufer, der einen zur richtigen Agentur bringt, weil die andere nur Kommission dafür kassiert, einen weiterzuleiten. Warten auf andere Fahrgäste, denn der Bus fährt erst los, wenn er richtig voll ist. Warten auf den Mechaniker.

Wann geht es los? Wann fährt der Bus ab? Nur 5 Minuten. Warten. 5 Minuten, 10 Minuten, 30 Minuten, 1 Stunde. Jaja, wir fahren bald. Nur 5 Minuten. Wenn man das Warten gelernt hat, kann man ab diesem Punkt einfach entspannen, sich einen Kaffee holen und die Leute beobachten. Und letztlich erreicht man eigentlich dann doch fast immer sein Ziel.

Und warum soll man fasten können? Schließlich gibt es in Südostasien überall etwas zu essen. Das Stimmt. Aber die Stände sind nicht zu jeder Tageszeit in Betrieb und nicht jeder mag einfach nur irgend etwas essen, gerade wenn der einheimische Geschmack den eigenen Nerv nicht trifft. Manchmal geht der Flug sehr früh am Morgen oder kommt sehr spät an. Wem es nichts ausmacht, auch mal eine Mahlzeit auszulassen, gewinnt Flexibilität. Warum nicht das Frühstück sausen lassen? Dann kann man einen früheren Bus nehmen und hat mehr Zeit am Ankunftsort. Die Frühstückszeiten im Hotel oder Guest House sind oft limitiert und wer ohne Frühstück nicht überleben kann, verschenkt manchmal Flexibilität.

Wenn man auf einer Tour oder in der Natur unterwegs ist, muss man damit rechnen, dass es nicht überall etwas zu essen gibt – oder nur überteuerte Touristenrestaurants. Wenn man sich dann zurückhalten kann, spart man Geld, das man lieber in ein ausgiebiges Abendessen nach der Rückkehr investieren kann. Der menschliche Körper kann wochenlang ohne feste Nahrung auskommen. Der Rucksackreisende stirbt also nicht gleich, wenn das Mittagessen fehlt. Daher: Nachdenken, warten und in der Zwischenzeit fasten. Das trägt zur eigenen Entspannung bei.

 

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