“The Beach” – 15 Years After. “The Beach” – 15 Jahre später.

Every serious traveler in South East Asia is familiar with the movie “The Beach” after the novel by Alex Garland, starring Leonardo DiCaprio in search for a never-ending true backpackers’ paradise in the tropics – far away from the crowds and the resorts.

Now imagine the movie had not ended in violence, but would have a different ending. The backpackers finally made their peace with the hemp-growing locals who are now providing food and transport for visitors. The Westerners are responsible for managing the place and entertaining themselves and others at the bar with music and intoxicating substances. They have sunburn and mosquito bites, their shirts are torn and worn-out, others are missing some of their teeth. The whole site looks a bit run down. Everyone here has to struggle with environmental problems, the toilets are always dirty and the worst thing is having the effect of the global garbage currents directly at the beach front.

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So this could be the setting for the island of Koh Ta Kiev in southern Cambodia where we are going to spend several days far away from the mainland crowds without wifi or even power. I was prepared for all the garbage on the beach, but it is still a sad view and a reminder what is happening to our oceans. Initially I thought the people who run the place should make a little effort to clean up the place. Actually they do, but every day another wave of trash is landing at the shores.

You would instantly believe that some of Westerners who work at the place really have lived the last 15 years on that island. I am surprised to hear that many only spent the last three weeks here and were a lot younger than me. This may sound a bit too judgmental and is probably not too fair. Actually all of the staff are very friendly and helpful people, who try to make this “Last Point” as the place is called, a hospitable and welcoming place. And you would not expect to get such a yummy blue cheese pizza in a place like this.

It is no luxury resort and after a few days all my clothes look dirty, I have sunburn and my legs look like caramel cake with red sprinkles. All kinds of insects are here to torture the Robinson traveler: sandflies, fleas and many mosquitoes. Personal hygiene becomes increasingly unimportant, wiping off all the sweat and sand is tiresome, the showers are not really working, just have a swim in the sea with all the trash floating in it.

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Our accommodation is by far the most basic and the cheapest on our travels, yet it offers the most beautiful view at sunrise looking over the beach and the ocean. Some parts of our tent are missing, others are unstable, so some branches of wood have to serve as poles to stabilize the tent. One night our tent is almost breaking under the strong wind, other nights we are surrounded by seven or eight cows that belong to the Cambodian military which is quite bizarre.

My whole body is itching and dirty, sometimes the sight of trash is unbearable and many of the other guests are just lying drunk or stoned at the bar and noisily repeat the same stories over and over again. Despite all, I begin to love this island. It is a special feeling to be so far away from everything. The beach is long, the sand is fine. And there are other beautiful beaches nearby. Most of the time you can be all by yourself in the wilderness. Butterflies fly in the dense jungle. The air is clean and nature so close. At night we see bioluminescent plankton when standing knee-deep in the ocean – a surreal sight. While snorkeling I follow a cute color-changing cuttlefish for quite a while. I love this amazingly smart animal and always wanted to see one in the wild.

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This place is perfect for keeping up with our Yoga and meditation practice. Could there be a nicer spot to salute the sun at sunrise and listening to the ocean waves while meditating? And meeting two other participants of our Yoga retreat by incident on the island comes as a welcoming surprise. Despite the wilderness Cambodia is the most social place on our journey.

One day the trash becomes just too much and the beach almost invisible. We decide to leave. This place will not exist like that for long. A Chinese investor bought the whole island and is going to develop resort tourism in the next years. And while the backpackers in “The Beach” appeared like a fresh, new generation in the early 2000s, “The Last Point” and its inhabitants seem to be fallen a bit out of time not keeping up with modern ages. Nothing is permanent. Places change, people change, and we say goodbye.

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Jeder Reisende, der in Südostasien unterwegs ist, kennt den Film “The Beach” nach dem Roman von Alex Garland mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle auf der Suche nach einem ewig währenden Backpacker-Paradies in den Tropen, weit weg von den Menschenmassen und Hotelanlagen.

Wie wäre die Geschichte weitergegangen, wenn sie nicht in gewalttätig ausgegangen wäre? Die Rucksackreisenden hätten womöglich ihren Frieden mit den einheimischen Hanfbauern gemacht, die sich nun auf den Transport und die Zubereitung von Mahlzeiten für Besucher spezialisiert haben. Die Ausländer halten den Laden am Laufen und unterhalten sich selbst und die Besucher an der Bar mit Musik und berauschenden Substanzen. Sie sind von Sonnenbrand und Mückenstichen gezeichnet, die T-Shirts zerrissen und ausgebleicht. Manch einem fehlen ein paar Zähne. Das ganze Gelände sieht etwas abgewirtschaftet aus. Alle plagen sich mit Umweltproblemen herum. Die Toiletten sind eigentlich immer schmutzig und das Schlimmste ist, dass die Resultate des globalen Müllstrudels direkt am Strand angespült werden.

So könnte die Situation auf der Insel Koh Ta Kiev in Südkambodscha beschrieben werden, wo wir die nächsten Tage weitab vom Trubel des Festlands ohne Internet oder gar Strom verbringen wollen. Ich war durchaus auf den ganzen Müll am Strand vorbereitet, der Anblick macht mich dennoch traurig und erinnert an den bedenklichen Zustand unserer Ozeane. Anfänglich denke ich mir, dass die Leute, die hier arbeiten, den Müll ruhig auch mal wegräumen könnten. Das tun sie auch, aber jeden Tag wird eine neue Ladung Müll angespült.

Einigen Ausländern, die an der Bar arbeiten, würde man sofort abnehmen, dass sie die letzten 15 Jahre auf der Insel verbracht haben. Mich überrascht zu hören, dass viele erst seit drei Wochen hier arbeiten und auch deutlich jünger als ich sind. Das klingt vielleicht etwas abwertend und wir dem Ganzen auch nicht gerecht. Denn alle die hier arbeiten, sind wirklich freundlich und hilfsbereit. Sie versuchen, aus dem “Last Point”, wie der Ort sich nennt, einen gastfreundlichen Ort zu machen. Und man würde nicht erwarten, an so einem Fleck Erde eine derartig leckere Pizza mit Blauschimmelkäse zu bekommen.

Die Anlage ist kein Luxushotel. Nach einigen Tagen sind meine Klamotten alle schmutzig. Ich bin sonnenverbrannt und meine Beine sehen aus wie Karamelkuchen mit roten Streuseln. Alle möglichen Insekten fallen über den Möchtegern-Robinson her: Flöhe, Mücken und Sandfliegen. Die persönliche Hygiene verliert an Bedeutung. Es ist müßig, all den Schweiß und Sand von der Haut runterzubekommen. Die Dusche funktioniert fast nie. Man springt also ins Meer, mit allem Müll, der darin schwimmt.

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Unsere Unterkunft ist mit Abstand die einfachste und billigste auf unserer Reise, allerdings kann man von ihr aus einen wundervollen Blick auf den Sonnenaufgang über dem Strand und dem Meer genießen. Bei unserem Zelt fehlen ein paar Teile, andere sind instabil. So müssen ein paar Holzstöcke als Heringe zur Befestigung herhalten. In einer Nacht ist der Wind so stark, dass wir befürchten, das Zelt bricht gleich zusammen. Dafür versammeln sich in anderen Nächten sieben oder acht Kühe um unser Zelt herum, die dem kambodschanischen Militär gehören, was an sich schon bizarr ist.

Mein ganzer Körper juckt und ist schmutzig. Manchmal wird der Anblick des ganzen Mülls einfach unerträglich und andere Gäste hängen betrunken oder bekifft an der Bar herum und wiederholen lautstark die immergleichen Geschichten. Und dennoch: Ich schließe die Insel langsam ins Herz. Es ist schon etwas Außergewöhnliches, so weit weg von allem zu sein. Der Strand ist ziemlich lang, der Sand fein und hell. Und es gibt noch ein paar andere schöne Strände auf der Insel. Die meiste Zeit kann man ziemlich alleine in der Wildnis herumtollen. Schmetterlinge fliegen durch den dichten Dschungel. Die Luft ist klar und die Natur ist überall so nah. Nachts können wir leuchtendes Plankton im knietiefen Meerwasser entdecken – ein surrealer Anblick. Beim Schnorcheln verfolge ich eine ganze Weile einen Tintenfisch, der ständig seine Farbe an die Umgebung anpasst. Mich fasziniert dieses intelligente Tier und ich wollte schon immer eines in freier Wildbahn sehen.

Der Strand ist perfekt, um Yoga und Meditation weiter zu praktizieren. Könnte es einen schöneren Ort für den Sonnengruß zum Sonnenaufgang geben und um beim Wellenrauschen zu meditieren? Wir treffen zufällig zwei andere Teilnehmerinnen aus dem Yogazentrum in Siem Reap, eine freudige Überraschung. Trotz der ganzen Wildnis ist Kambodscha das Land, in dem wir am meisten mit anderen Menschen in Kontakt kommen.

Es kommt der Tag, an dem es mit dem ganzen Müll einfach zu viel wird und der Strand kaum noch zu erkennen ist. Wir wollen die Insel verlassen. Dieser Ort wird auch nicht mehr lange so wie jetzt existieren. Ein chinesischer Großinvestor hat die ganze Insel gekauft, um in den nächsten Jahren große Hotelressorts zu errichten. Und während die Reisenden in “The Beach” zu Beginn des Jahrtausends wie die Vorboten einer neuen Generation schienen, wirken “The Last Point” und seine Bewohner ein wenig wie aus der Zeit gefallen, mit fehlendem Anschluss an die moderne Wel. Nichts besteht für immer. Orte ändern sich, Leute auch, und wir verabschieden uns.

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