Cambodia’s Dark Spot. Der dunkle Fleck Kambodschas.

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Choeung Ek Killing Fields

Both Cambodia and Germany have a thing in common: Their history is dominated by incredibly cruel genocide. So visiting the museums and sites of the killings is an essential part of a visit to either country.

We go to see Choeung Ek outside of Phnom Penh. This now-memorial was part of the Killing Fields under the Khmer Rouge Regime in the 1970s. Its only purpose was to exterminate people. About 20,000 people have been killed here, more than one million in the whole country. And another million died from starving, diseases or exhaustion. That means one in four Cambodians died during their short regime from 1975 to 1979. Now the site is strangely peaceful. It was formerly used as an orchard and a Chinese cemetery. Only the description panels and the audio guide reveal the cruelties step by step.

Another site is the infamous S-21, now the Tuol Sleng Genocide Museum. This was the former torture prison of “Democratic Kampuchea” how the country was called then. Formerly a high school it has also an orchard which is again a strange contrast to the atrocities that were committed inside the buildings. We see the interrogation rooms and the tiny cells where the inmates were kept. The museum features personal stories of the very few survivors as well as an overview how the system worked.

These places are unbelievably sad. Nevertheless I feel the need to understand how those cruel systems can persist for years. No one wants to be evil. How come people do evil things? The Khmer Rouge elite met while studying in France and came in contact with communist ideas. Probably they had an ideal of transforming the Vietnam-war-struck and poor country into a farmer’s paradise – simple living in the countryside, back to nature. To prevent any resistance, every “element” that was able to anticipate the Khmer rouge strategies or that was capable of any intellectual planning or organization was immediately killed.

I am lucky to have an intense conversation with a lovely New Zealand-Cambodian couple in our hotel for breakfast. The husband originates from the ethnic minority of the Muslim Cham in Cambodia who were amongst the worst affected by the genocide. He experienced all the horrors of the time back than before being able to escape the country. He said basically the peasants’ sons from the countryside were told that all the city dwellers and urban decadence were responsible for the miserable state of Cambodia back then, so they were manipulated to seek revenge and force the urban people to the countryside to hard labor and treat them bad in pursue for a “better” whole.

Originally good intentions paired with negative feelings of revenge and fear – especially of traitors and losing control, can lead to unimaginably cruel deeds. Considering the history it is amazing how Cambodia looks now. It makes the efforts to rebuild the country seem even more impressive.

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S-21 Prison / Gefängnis.

Kambodscha und Deutschland haben etwas gemeinsam: Die Geschichte beider Länder ist von unvorstellbar grausamem Völkermord geprägt. Der Besuch von Museen und den Stätten des Terrors gehört bei beiden Ländern zu einem Aufenthalt dazu.

Wir nehmen uns einen Besuch von Choeung Ek außerhalb von Phnom Penh vor. Die heutige Gedenkstätte war Teil der Killing Fields unter dem Regime der Roten Khmer in den 1970er Jahren. Der einzige Zweck des Lagers war die Vernichtung von Menschen. Etwa 20.000 Menschen wurden hier umgebracht, im ganzen Land waren es mehr als eine Million. Eine weitere Million Männer, Frauen und Kinder starb an Hunger, Krankheiten oder Erschöpfung. Jeder vierte Einwohner Kambodschas ist dem Terror in der Zeit von 1975 bis 1979 zum Opfer gefallen. Das Lager wirkt seltsam friedlich. Einst war dort ein Obsthain und chinesischer Friedhof. Nur die erklärenden Tafeln und der Audioguide enthüllen Schritt für Schritt das Grauen.

Das berüchtigte S-21 ist eine weitere Stätte des Völkermords. Heute befindet sich hier das Tuol Sleng Museum für Genozid. Der Ort war zur Zeit des damaligen sogenannten “Demokratischen Kampuchea” ein berüchtigtes Foltergefängnis. Zuvor als Oberschule genutzt, befinden sich auf dem Hof viele Obstbäume, die auch hier wieder einen bizarren Kontrast zu den Abscheulichkeiten bilden, die im Inneren der Gebäude begangen wurden. Wir besichtigen die Verhörräume und sehen die winzigen Zellen, in denen die Insassen gefangen gehalten wurden. Das Museum zeigt ganz persönliche Geschichten der sehr wenigen Überlebenden und gibt einen allgemeinen Überblick über das damalige Staatswesen.

Diese Orte machen einen unglaublich traurig. Dennoch habe ich den Drang zu verstehen, wie solche Systeme so lange bestehen konnten. Kein Mensch will wirklich aus Prinzip böse sein. Warum jedoch sind Menschen fähig, einander so schreckliche Dinge anzutun? Die Elite der Roten Khmer kam untereinander während des Studiums in Frankreich in Kontakt und ist dort von kommunistischen Idealen fasziniert gewesen. Möglicherweise hatten sie die Vision, das vom Vietnamkrieg und der Armut zerrüttete Land in ein Bauernparadies zu verwandeln. Mit einfacher, ehrlicher Arbeit auf dem Lande, zurück zur Natur. Um jeden Widerstand von vorne herein auszuschalten, wurde jedes “Element”, das intellektuell in der Lage war, die Roten Khmer zu durchschauen und möglicherweise Menschen zu Widerstand überzeugen und organisieren kann, bereits am Anfang systematisch eliminiert.

Wie ein interessanter Zufall es will, sitzen wir beim Frühstück im Hotel mit einem unglaublich sympathischen neuseeländisch-kambodschanischen Ehepaar zusammen. Der Ehemann entstammt der ethnischen Minderheit der muslimischen Cham in Kambodscha, die zu den am schlimmsten betroffenen Opfern des Völkermords gehören. Er hat all die Schrecken der damaligen Zeit miterlebt, bevor es ihm gelungen ist, ins Ausland zu fliehen. Nach seiner Ansicht wurde den Bauernsöhnen vom Lande gesagt, dass die verdorbene Stadtbevölkerung und deren Dekadenz für den elendigen Zustand des Landes verantwortlich wären. Sie wurden dahingehend manipuliert, um Rache an den Stadtbewohnern und anderen zu üben, sie zu harter Feldarbeit zu zwingen und sie schlecht zu behandeln – im Glauben, das sei für das große Ganze ein notwendiges Opfer.

Die vielleicht besten Absichten gepaart mit negativen Emotionen wie Rache und Angst – besonders vor Verrätern und Kontrollverlust, kann zu unvorstellbaren Grausamkeiten führen. Angesichts der Geschichte de Landes ist es schon bemerkenswert, wie es heute in Kambodscha aussieht. Die Bemühungen, das Land wieder aufzubauen, wirken umso beeindruckender.

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