Jnana Yoga: Maya & Illusion.

IMG_1985We are taking a look at the third chapter of the book Jnana Yoga by Swami Vivekananda. He tries to clarify the conception of maya in Advaita Vedanta, gives a lot of examples when Maya applies and comes up with possible solutions how to deal with Maya and its implications.

Does Maya mean illusion?

In the Vedic texts Maya means something like magic or delusion. The world how it appears is not real. Reality is covered behind a curtain of magic. The conception has developed, most notably in the works of Adi Shankaracharya. Often people understand Maya in a Buddhist’s sense – that the world is an illusion, that things do not have an objective reality independent of circumstances. Vivekananda writes that Maya in Vedanta is not a theory about reality or imagination, but merely a descriptive concept about what we are and what we perceive. He says the world with the concepts of time, space, and causation has no absolute existence, only one relative to the finite mind. The world has neither a real existence nor is it non-existent as we see it and perceive it.

Explaining Maya: Good and Evil

Interestingly Vivekananda only briefly addresses the difference between Maya and the absolute reality like the Brahman in this chapter, but gives a lot of examples of the workings of Maya. It is not just that we should just reject the world and say it is all not the ultimate reality – things are not that easy as this world is not un-real either. His stories illustrate that good and bad are only relative. Where there is good there must be bad, otherwise good cannot be perceived as good. If all evil in the world were eliminated the least positive thing would be the new most evil thing and perceived as evil as the former more evil things before.

There is always a kind of balance. The relative relationship between good and evil seems to stay equal over time. The greater the joy, the greater the pain. Modern man invents great things for humanity, another develops new weapons and ways of torture. Some countries are prosperous because others are exploited and suffer. There is no way out of it. As long as there is pleasure there will be suffering as well.

Vivekananda includes in his examples his affirming views towards child marriage and the “chastity of a race”. To me this is a bit disturbing but as Vivekananda writes in a later chapter a man should be judged by the standards of his time. I tend to say these ideas were common thought 120 years and he would probably not write the same thing today.

Escaping Maya?

Part of the Maya is that people tend to ignore it. Even if people know they will have new challenges and will never live completely without suffering and will die eventually, they make efforts and try to make the world better. And Vivekananda says it is the only way. We should know the workings of the Maya and be aware of it, but not stop working hard. Only effort can bring happiness. And when there comes new suffering we have to work another time to be happy again. The way is not to go with Maya, but against it, we fight it.

In the inner world the same fight goes on, however the knowledge of the supreme power which is not bound by anything helps to not feel limited by Maya. Pleasure found in the senses will never make us happy forever but ignite a desire for more and more pleasure which is increasingly harder to fulfill, same as with drug addiction. The same is true for intellectual pleasures. One way that many religions propose is to renounce, to give up.

These two things are the way to deal with Maya: 1. Accepting that there will always be a balance of good and evil, and that working against it is not avoidable. 2. And less indulging in external enjoyments will decrease the suffering also. I was hoping there is an easier way, but understanding Vivekananda’s logic and conclusions of his Vedantic thoughts it is clear there is no other.


Das dritte Kapitel von Swami Vivekanandas Buch Jnana Yoga befasst sich mit Maya und Illusion. Er versucht die Konzeption von Maya im Advaita Vedanta einzugrenzen, erwähnt zahlreiche Beispiele, wann es sich um Maya handelt und bringt Lösungsansätze, wie mit der Maya und ihren Implikationen umzugehen ist.

Bedeutet Maya Illusion?

In den vedischen Texten wird Maya als Magie oder Täuschung beschrieben. Die Welt, wie sie uns erscheint, ist nicht wirklich. Die Wirklichkeit wird von einem Vorhang aus Zauberei verdeckt. Das Konzept wurde jedoch weiterentwickelt, insbesondere in den Arbeiten von Adi Shankaracharya. Viele Menschen verstehen Maya im buddhistischen Sinne: Dass die Welt eine Illusion ist, die Dinge keine objektive Realität unabhängig von ihren Umständen haben. Vivekananda schreibt, dass Maya im Vedanta keine Theorie über Realität oder Einbildung ist, sondern vielmehr ein deskriptives Konzept darüber, was wir sind und was wir wahrnehmen. Er führt aus, dass die Welt mit den Vorstellungen von Raum, Zeit, Ursache und Wirkung keine absolute Existenz hat, sondern eine relative mit Bezug zum begrenzten Geist. Die Welt hat keine wirkliche Existenz noch ist sie nichtexistent, da wir sie ja sehen und wahrnehmen können.

Erläuterung der Maya: Gut und Böse

Interessanterweise geht Vivekananda in diesem Kapitel nur kurz auf den Unterschied zwischen der Maya und der absoluten Realität in Form des Brahman ein, sondern liefert stattdessen zahlreiche konkrete Beispiele für das Wirken der Maya. Es ist nicht einfach so, dass wir diese Welt ablehnen sollten, weil es nicht die ultimative Realität ist, denn unwirklich ist diese Welt eben auch nicht. Seine beispielhaften Anekdoten illustrieren, dass Gut und Böse nur relativ zu sehen sind. Wo Gutes ist, muss auch Schlechtes sein, ansonsten würde es nicht als gut wahrgenommen werden können. Falls man alle Schlechtigkeit der Welt auslöschen könnte, wäre die am wenigsten positive Sache die schlimmste neue Sache, die man sich ausmalen könnte – und würde als ebenso übel wahrgenommen werden wie die schlechteste Sache zuvor.

Es läuft immer auf eine Art Gleichgewicht hinaus. Die relative Beziehung zwischen Gut und Böse scheint über die Zeit und Raum gleich zu bleiben. Je größer die Freude, desto größer der Schmerz. Der moderne Mensch erfindet fantastische Errungenschaften für die Menschheit, während ein anderer grausame neue Foltermethoden und Waffen erfindet. Einige Länder sind wohlhabend, aber nur deshalb, weil sie auf Kosten anderer Nationen leben, die ausgebeutet werden. Es gibt kein Entkommen – wo Freude ist, ist auch Leid.

Vivekananda bringt in einigen Beispielen seine Zustimmung zur Kinderehe oder “Rassenreinheit” zum Ausdruck. Auf mich wirkt das verstörend, aber wie Vivekananda selbst in einem späteren Kapitel schreibt, sollte man Menschen nach den Maßstäben ihrer Zeit beurteilen. Und damals vor 120 Jahren waren diese Ideen wohl durchaus gesellschaftsfähig. Er würde heute so etwas vermutlich nicht mehr schreiben.

Der Maya entkommen?

Zur Maya gehört auch, dass sie von den Menschen gerne ignoriert wird. Selbst wenn die Menschen wissen, dass es immer neue Herausforderungen gibt, sie niemals vollständig ohne Leiden leben werden und am Ende sterben müssen, selbst dann bemühen sie sich noch und versuchen die Welt zu verbessern. Und Vivekananda meint, genauso muss es sein. Wir sollten wissen, wie die Maya funktioniert und uns darüber im Klaren sein, aber deswegen nicht unsere Bemühungen einstellen. Nur Anstrengung bringt Glück. Und wenn daraufhin wieder neues Leid kommt, müssen wir uns wieder anstrengen, um erneut glücklich zu sein. Wir sollten nicht mit der Maya schwimmen, sondern dagegen ankämpfen.

In unserer inneren Geisteswelt geht derselbe Kampf vor sich. Das Wissen um die höchste ultimative Macht, die durch nichts begrenzt ist, hilft sich nicht von der Maya eingeschränkt zu fühlen. Sinnesfreuden werden uns nie auf ewig glücklich machen, sondern immer wieder neue Begierden entfachen, die immer schwieriger zu befriedigen sind, ähnlich wie bei einer Drogensucht. Das gleiche trifft für intellektuelle Freuden zu. Viele Religionen schlagen daher Entsagung vor – Dinge aufzugeben.

Somit sind das die zwei Ansätze, mit der Maya umzugehen: 1. Akzeptanz, dass es immer ein Gleichgewicht zwischen Gutem und Schlechten geben wird, und dass ein Ankämpfen gegen die Maya unvermeidlich ist. 2. Weniger Genuss äußerlicher Freuden verringert das Leiden auch. Ich wünschte, dass es einen einfacheren Weg gäbe, aber wenn man Vivekanandas Logik und Argumentation nachvollzieht und versteht, kommt man ebenso zum Schluss, dass es keinen anderen gibt.

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