Medellín. No Escobar, only Sports Bar. Kein Escobar, nur Sportbar. No Escobar, sólo Bar Deportivo.

What do people associate with Medellín, the second largest city in Colombia? When relating to the past, many foreigners might think of cocaine, the Medellín Cartel, and the drug lord Pablo Escobar. In the 1980s Medellín was a dangerous place and had one of the highest murder rates in the world. Fortunately these days are over. Medellín has changed a lot and made quite some efforts to become a safer and habitable model city. It has become one of the travelers’ favorite destinations in Colombia or even the whole of South America. Where ever you go in Colombia, other tourists tell you how they loved Medellín and what a great time they had here, expecting you to be surprised and admire them what brave and cool guys they are, daring to party in such an ill-reputed place. I was already suspicious.

To be honest, despite having a nice time in Medellín, this city is the one I would miss least if I was forced to cancel one stop in my Colombia trip. I have to acknowledge all the progress the city made but I do not really get the hype. What is nice about Medellín is the climate. It is called the city of eternal spring for a reason. Also I like the various ways of transport, Colombia’s only metro and the cable cars connecting the metro with workers’ suburbs and recreational parks.

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The city center does not inspire me. Yes, there are some Botero statues. Fernando Botero is one of Colombia’s most well-known artists and is especially famous for his disproportionate statues – the gordos, the fat ones. Other than that downtown Medellín appears to me like a mixture between Santiago de Chile and La Paz in Bolivia, with a lot less sights though. A pedestrian zone, some stores, churches, administration buildings. Nothing special.

We stay in the neighborhood of El Poblado which has an enormous density of foreign tourists. You hear more English in the streets than in almost any other place in Colombia maybe except for Cartagena. And it is the annoying kind of tourists, mostly tall and ill-behaved gringo travelers in tank tops, flip flops, and shorts – in groups looking for a cheap opportunity to get to know Colombian girls. They have their female gringa counterparts too. All of them are hanging out in their natural habitat in this middle-upper-class ghetto of El Poblado, which is basically an overdeveloped array of countless oversized burger restaurants and sports bars. One Austrian girl we meet has already spent ten days in bars, restaurants and clubs before she decides to see something else in the city. So staying in this artificial oasis among themselves is the reason why the city is so popular among young travelers and backpackers? Not my cup of tea. I’d go back anytime to Cartagena or Bogotá, but I don’t see many reasons to visit Medellín more than once.

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Was verbinden die meisten Menschen mit Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens? Wenn man an die Vergangenheit denkt, fällt den meisten Ausländern vor allem Kokain, das Medellín-Kartell und Drogenbaron Pablo Escobar ein. In den 1980ern war Medellín eine wirklich gefährliche Stadt mit einer der höchsten Mordraten der Welt. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Medellín hat sich sehr verändert und hat viele Anstrengungen unternommen, eine sichere und lebenswerte Musterstadt zu werden. Mittlerweile ist sie auch eine der beliebtesten Ziele für Touristen in Kolumbien oder gar ganz Südamerika. Wenn man anderen Reisenden in Kolumbien begegnet, geraten diese gerne ins Schwärmen über Medellín. Sie erwarten, dass man überrascht tut und sie für ihre Coolness womöglich noch bewundert, und dass sie sich getraut haben, in so einer verrufenen Stadt durchgefeiert zu haben. Das hat mich alles bereits misstrauisch gemacht.

Mal ehrlich, obwohl ich meinen Aufenthalt durchaus genossen habe, ist die Stadt derjenige Ort, den ich am wenigsten vermissen würde, wenn ich meine Reise um eine Etappe hätte kürzen müssen. Natürlich muss man den Fortschritt anerkennen, den die Stadt in den letzten zwanzig Jahren gemacht hat, aber den Hype verstehe ich trotzdem nicht. Was tatsächlich sehr angenehm ist, ist das Klima. Nicht umsonst wird Medellín die Stadt des ewigen Frühlings genannt. Ebenso gefallen mir die Transportmöglichkeiten, mit Kolumbiens einziger U-Bahn und den Seilbahnen, die die Metro mit den Vororten und grünen Parks verbinden.

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Das Stadtzentrum ist wenig inspirierend. Sicher, man sieht ein paar Statuen von Botero. Fernando Botero ist einer der bekanntesten Künstler Kolumbiens und insbesondere für seine unproportionierten Statuen berühnt – die Gordos, also die Dicken. Ansonsten wirkt die Innenstadt Medellíns auf mich ein wenig wie eine Mischung aus Santiago de Chile und La Paz in Bolivien, nur mit deutlich weniger Sehenswürdigkeiten. Eine Fußgängerzone, Geschäfte, Kirchen, Verwaltungsgebäude. Nichts Besonderes.

Unsere Unterkunft ist im Stadtteil El Poblado, da wo auch alle anderen Touristen unterkommen. In dieser Gegend ist die Dichte ausländischer Touristen besonders hoch. Auf der Straße ist mehr Englisch zu hören als in jeder anderen Stadt des Landes, mit Ausnahme vielleicht von Cartagena. Und es ist leider die anstrengende Spezies Tourist: Überwiegend großgewachsene und ungehobelte Gringos in ärmellosen Hemden, Flipflops und kurzen Hosen, unterwegs in Gruppen, in der Hoffnung, sich billig an Kolumbianerinnen ranmachen zu können. Es gibt nicht nur Männer, sondern genauso gut ihr touristisches weibliches Gegenstück. Und alle hängen ihren natürlichen Habitat des Mitteloberklasse-Ghettos El Poblado ab. Der Stadtteil ist im Wesentlichen eine überentwickelte Anhäufung von überdimensionierten Burgerrestaurants und Sportbars. Eine Österreicherin, der wir begegnen, hat bereits zehn Tage in der Stadt mit Bars, Restaurants und Clubs in El Poblado verbracht, bevor sie sich entschließt, sich auch mal überhaupt was anderes anzusehen. Man muss folglich fast zu dem Schluss kommen, dass das Aufeinanderhocken in dieser künstlichen Touristenoase der Grund ist, dass die Stadt bei jungen und Rucksackreisenden so beliebt ist. Alles nicht wirklich mein Fall. Nach Bogotá oder Cartagena würde ich mit Freuden jederzeit wieder reisen, bei Medellín reicht ein Besuch völlig aus.

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