Páramo de Ocetá: Above the clouds. Über den Wolken. Por encima de las nubes.

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We are going to hike into the Páramo de Ocetá. A Páramo is a special alpine landscape in the Andes dominated by wetlands. Usually I prefer to go without guides, but we have no idea where to go and especially as foreigners we are somehow expected to take a guide. So our hotel arranges one, a guy my age probably and not really smart or knowledgable. We just need him to walk behind him as he knows the way. He does not even bring his own food to my surprise. Therefore we carry our food and water, and he consumes everything while on the trek.

Our hotel offers to arrange a driver to take us up to the beginning of the trail. We friendly deny as we think it is too expensive and it cannot be that far. A mistake. We start following our guide who is walking fast. I cannot keep up with him because he is not carrying anything and I am not accustomed to the altitude. And because I’m in bad shape of course. After twenty minutes I already feel exhausted. We are not even close to the starting point of the trail. At some point a van overtakes us. Its passengers are a Colombian family from Bogotá we got to know at the breakfast table. Usually I’d be too proud and indifferent to ask for a ride, but actually I am very glad they stop and ask if we want to jump on the truck bed and have a lift. Now I am no more exhausted but get motion sick from the steep and bumpy ride.

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Once we arrive at the trailhead the steep walk continues. In total we go up from an altitude of 2,800 meters to 3,900 meters. The Bogotanians must be used to it, the city has an altitude of about 2,600 meters. The chubbier middle-aged ladies in their group seem to have less difficulties than I have. The hike upwards takes four hours.

After a while we are above the clouds and the weather looks really friendly. Less and less trees are visible. They get substituted by frailejones, giant rosette plants, and a lot of wet grass. It’s incredibly beautiful here. At the top we have a fantastic view of the laguna negra, the black lagoon. This is now the point of the trip where I get more enthusiastic that we did this hike. It is definitely one of the highlights of our Colombia journey.

On the way down we pass interesting formations of rock and climb through and under it. I was already wondering that we were promised a ciudad perdida – a lost city, but it is more of a ciudad de piedra – a city of rock. Going down takes a while as we are stuck behind a Colombian family where the chubbier clumsy aunt gets bullied as no one of her family cares or helps her when she has trouble navigating between the rocks. At the last stretch we see some ancient statues from a local tribe. We ask our “guide” which tribe it was, he shakes his head and says “Maya” where he finally proved his incompetence again as the Maya never made it that far to Colombia. This would be like if someone in Germany told tourists, the ancient castles were Egyptian. We need three hours for the descent. After the hike I have a deep and satisfying sleep.

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Wir wollen ins Páramo de Ocetá wandern. Ein Páramo ist eine alpine Landschaftsform der Anden, welche zu einem großen Teil aus baumlosen Feuchtgebieten besteht. Normalerweise laufe ich lieber ohne einen Reiseführer los, aber wir haben keine Ahnung, wo es lang geht und besonders als Ausländer erwartet man von uns auch, dass wir uns einen Führer nehmen. Also organisiert unser Hotel einen Reiseführer, ein Typ etwa in meinem Alter und nicht besonders kundig oder schlau. Wir brauchen ihn einfach nur dafür, um hinter ihm her zu laufen, da er den Weg kennt. Er bringt sich zu meiner Überraschung nicht mal seine eigene Verpflegung mit. Also schleppen wir Wasser und Essen, das wir gekauft haben, und er verzehrt es während des Marsches.

Unser Hotel bietet uns an, uns zum Anfang des Wanderweges hochzufahren. Wir lehnen dankend ab, denn es erscheint zu teuer und außerdem sieht es nicht so weit aus. Ein Fehler. Wir laufen hinter unserem Reiseführer hinter her, der ein hohes Tempo vorgibt. Ich kann da kaum mithalten, denn er hat ja kein Gepäck dabei und ich bin an die Höhe nicht gewöhnt. Und außerdem bin ich natürlich auch nicht in Form. Nach zwanzig Minuten fühle ich mich schon total erschöpft. Der Beginn des eigentlichen Weges ist noch eine ganze Ecke entfernt. Irgendwann überholt uns ein kleiner Transporter, in dem eine kolumbianische Familie sitzt, die wir am Frühstückstisch kennengelernt haben. Normalerweise wäre ich zu stolz und zu gleichgültig um zu fragen, ob sie uns mitnehmen. Aber ich bin jetzt wirklich dankbar, dass sie anhalten und fragen, ob wir aufspringen und mitfahren wollen. Jetzt bin ich nicht mehr so erschöpft, dafür ist mir von der steilen, kurvigen und holprigen Fahrt ganz übel.

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Am Anfang des Wanderwegs geht es dann wieder zu Fuß weiter. Insgesamt bewegen wir uns von einer Höhe von 2.800 Metern auf 3.900 Meter hoch. Die Bogotaner müssen dran gewöhnt sein, denn die Stadt liegt auch auf 2.600 Metern Höhe. Die moppligeren älteren Damen aus der Gruppe machen jedenfalls eine bessere Figur als ich. Der Marsch nach oben dauert vier Stunden.

Nach einer Weile sind wir über den Wolken und das Wetter schaut recht freundlich aus. Die Bäume werden immer weniger. Dafür gibt es jetzt Frailejones zu sehen, sogenannte Schopfrosettenstauden. Und viel nasses Grasland. Es ist wirklich atemberaubend schön hier. Oben angekommen haben wir einen fantastischen Ausblick über die Laguna Negra, die schwarze Lagune. An diesem Punkt des Ausflugs werde ich wieder euphorischer und freue mich, dass wir hierher gekommen sind. Auf jeden Fall ist das eines der Highlights der ganzen Reise.

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Auf dem Weg nach unten kommen wir an interessanten Felsformationen vorbei und klettern darunter und dazwischen durch. Ich hatte mich schon gefragt, warum uns die Ciudad Perdida – die verlorene Stadt – versprochen wurde, denn es ist eigentlich mehr eine Ciudad de Piedra – eine Felsenstadt. Der Marsch nach unten zieht sich hin, denn wir stecken hinter einer kolumbianischen Familie fest, bei der die unbeholfene dickere Tante vom Rest gemobbt wird. Niemand hilft ihr oder kümmert sich um sie, obwohl sie sichtlich Probleme hat, zwischen den Felsen zu laufen. Auf dem letzten Stück sehen wir antike präkolumbische Statuen. Wir fragen unseren “Reiseführer”, von welchem Volk sie stammen, aber er schüttelt nur den Kopf und meint “Maya”, womit er endgültig seine Ahnungslosigkeit bewiesen hat, denn die Maya sind nicht annähernd bis nach Kolumbien gekommen. Das ist so, als ob man einem Touristen in Deutschland erzählen würde, die alten Ägypter hätten die Ritterburgen gebaut. Für den Abstieg benötigen wir drei Stunden. Am Abend habe ich einen tiefen und erholsamen Schlaf.

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