Narnia in Czechia. Tschechisch-Narnia.

Summer is over and it is a good day for a long hike. We decide for a trip to the Pravcicka Gate which is called Prebischtor in German and Pravčická brána in CzechIt is one of the most iconic sandstone formations in the Elbe Sandstone Mountains that stretch over Saxony and Czechia. Yes, it’s “Czechia”, as I recently learned. The Czech government now encourages the use of “Czechia” as an English language short form of “Czech Republic” even though you might confuse it with Chechnya. The Czechs themselves can use the short form Česko, in German you say Tschechien and similar varieties already exist in other European languages.

sdr

Making it a day trip we take advantage of a direct train from Leipzig which only departs on Saturdays and is directed towards hikers. After a little more than two hours we reach Schöna, the final stop on the German side of the river Elbe. From here we get on the ferry over the Elbe river together with vast masses of mostly elderly German hiking enthusiasts. On the other side we reach the pretty little town of Hřensko stretched in the valley alongside the Kamenice river. The first stretch of Hřensko feels weird, like a mixture between East Germany in 1991 and street markets in Asia. We have to walk through shopping stalls selling cigarettes, booze, and cheap clothes. The shops are all managed by Vietnamese vendors and they are exclusively playing all the same annoying German pop songs.

We decide for a big hiking loop beginning with river gorges and finishing at the Pravcicka Gate. So we follow the Kamenice river and enter the steep Edmund Gorge which is not named after Prince Edmund from the Narnia movies but after the Bohemian prince Edmund of Clary-Aldringen who ordered the hiking trail to be constructed in the 19th century. The trail includes a stretch which can only be covered by boat. Luckily we can pay all the tickets in Euro here. The boatman tries to entertain the passengers with “funny” stories and names for all the rock formations. I know this game from many other parts of the world. Now you see the lionhead, this is the elefant, ahhh, and this E.T., E.T. from the movie, you know? My fantasy is limited and I just see rock. And the rock needles are the five sisters, Danka, Lanka, Hanka, and so on. Yet beautiful indeed.

sdr

After a kilometer we get off the boat and walk towards the next part, the Wild Gorge. We heard it is closed and plan to circumvent it but large signs advertises it is open so we continue on the trail until we reach the next ferrymen. Similar stories but we also see some interesting wildlife like the dipper bird which dives into the water searching for food. I feel a bit tricked into this boat tour since only once we depart the boatman explains we will not get off on the other side because of construction works, but just return to the starting point. So we have to walk all the way back through the Wild Gorge for the detour we originally planned for. This makes our schedule for the day a lot tighter since we want to catch our train back to Leipzig.

sdr

So we climb up a steep path reaching the village of Mezná and walk alongside the road to Mezni Louká where we hike on the Gabrielle’s Trail with spectacular views over the Bohemian Switzerland region. This takes a while and I get the feeling there are more and more people on the trails. It feels like half of Saxony and half of Bohemia are going for a hike, alongside with a lot of Polish and occasionally some Indians or Chinese. Interestingly there is a female majority, many groups consist mainly or exclusively of women. It is somehow easy to distinguish the Czech from the Germans as every Czech female appears to have a least one piece of clothing with pink color. Sometimes you get stuck behind groups and it is not easy to pass. People from both sides of the border are not known to be very friendly or polite, so I am not surprised that the only persons who greet us or thank us for letting them pass are Chinese tourists. The only notable exception are two kids with their father who politely say “Dobrý den” (good day) which we reciprocate. I am glad the conversation does not develop any further since my knowledge of Czech is limited to a few words. It happened more than once to me that I entered a shop in a foreign country saying a perfect greeting in the local lingo followed by some response in exactly this language which I was not able to understand anymore.

Finally we reach the Pravcicka Gate next to the restaurant called Falcon’s nest. It is the largest natural sandstone arch in Europe and was prominently featured in the first film of the Chronicles of Narnia. It is a rewarding view, but we do not stay that long hoping we still catch our train back to Leipzig. The way back through Hřensko and the street markets seem endless, my legs are tired but we make it and the train just arrives at the platform when we enter the railway station in Schöna.

cof

Der Sommer ist vorbei. Die herbstlichen Tage bieten sich für eine Wandertour an. Wir entscheiden uns für einen Ausflug zum Prebischtor. Das Tor ist eines der bekanntesten Felsformationen im Elbsandsteingebirge und befindet sich im tschechischen Teil.

Für den Tagesausflug bietet es sich an, auf den direkten Regionalexpress von Leipzig aus zurückzugreifen, der nur samstags fährt und sich vornehmlich an Wanderer richtet. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir den Endpunkt Schöna auf der deutschen Seite. Dort geht es mit der Fähre über die Elbe, gemeinsam mit schier endlosen Massen an Wanderfreunden gehobenen Alters. Auf der anderen Seite befindet sich das hübsche Örtchen Hřensko oder Herrenskretschen, welches sich über das Tal der Kamnitz (Kamenice) erstreckt. Das erste Stück in Hřensko fühlt sich seltsam an. Es strahlt eine atmosphärische Mischung zwischen DDR 1991 und asiatischen Straßenmärkten aus. Wir müssen uns durch eine Straßenmarktmeile quälen, wo Zigaretten, Schnapps und vor allem billige Klamotten von vietnamesischen Händern angeboten werden, die überall die gleiche nervige deutsche Schlagerpopmusik aus dem sächsischen Radio spielen.

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Wir wollen die große Tour laufen – beginnend mit den Kamnitzklammen und dem Prebischtor zum Abschluss. Also folgen wir dem Verlauf der Kamnitz und betreten die Edmundsklamm. Diese ist nicht etwa nach Prinz Edmund von Narnia benannt, sondern nach dem böhmischen Fürsten Edmund von Clary-Aldringen, der die Konstruktion des Wanderpfades im 19. Jahrhundert in Auftrag gegeben hat. Einen Teil des Weges kann man nur per Kahnfahrt bewältigen. Zum Glück können wir hier alles in Euro bezahlen. Der Fährmann versucht lustig zu sein und die Leute mit komischen Geschichten und albernen Namen für die Felsformationen zu unterhalten. Das kenne ich schon aus anderen Teilen der Welt. Da vorne sehen Sie den Löwenkopf, das hier ist der Elefant, ahhhh, und das ist E.T., ja Sie wissen schon, der E.T. aus dem Film? Meine Fantasie ist begrenzt und ich sehe vor allem Felsen. Und die Felsnadeln sind die fünf Schwestern: Danka, Lanka, Hanka, und so weiter. Aber wirklich sehr schön anzusehen.

Nach einem Kilometer geht es wieder runter vom Boot und wir laufen weiter zum nächsten Abschnitt, der Wilden Klamm. Wir haben gehört, diese sei gesperrt und haben uns schon eine Umleitung herausgesucht, aber auf großen Schildern steht geschrieben, dass die Wilde Klamm offen sei. Also laufen wir weiter, bis wir die nächsten Kähne erblicken. Auf der zweiten Bootsfahrt gibt es natürlich auch wieder die “lustigen” Geschichten, aber auch interessante Tiere wie die Wasseramsel, die bei ihrer Nahrungssuche tief ins Wasser abtaucht. Ich fühle mich ein wenig reingelegt, denn erst nach Ablegen des Kahns verrät uns der Bootsmann, dass wir auf der anderen Seite wegen der Bauarbeiten gar nicht aussteigen können, sondern wieder zum Ausgangspunkt zurück kehren. Also müssen wir den ganzen Weg durch die Wilde Klamm wieder zurück laufen und dann die ursprünglich geplante Umleitung laufen. Das macht unseren Tagesplan deutlich straffer. Schließlich wollen wir ja auch unseren Zug zurück noch erwischen.

sdr

Wir erklimmen den steilen Pfad hoch nach Stimmersdorf (Mezná) und laufen auf der Straße zur Rainwiese (Mezni Louká). Ab dort wandern wir auf dem Gabrielensteig und genießen spektakuläre Ausblicke auf die Böhmische Schweiz. Der Weg zieht sich und ich habe das Gefühl, dass es immer voller wird. Halb Sachsen und halb Böhmen scheint auf den Beinen zu sein, dazu noch etliche Polen und ein paar Chinesen und Inder. Interessanterweise gibt es eine weibliche Mehrheit auf den Wanderwegen. Viele Gruppen bestehen hauptsächlich oder ausschließlich aus Frauen. Die Tschechen von den Deutschen zu unterscheiden, ist gar nicht so schwer, denn jede Tschechin scheint mindestens ein rosafarbenes Kleidungsstück zu besitzen. Manchmal hängt man hinter Wandergruppen fest und kommt nicht so recht vorbei. Sowohl Sachsen als auch Tschechen sind nicht immer die freundlichsten Menschen, daher bin ich auch nicht überrascht, dass die einzigen Leute, die uns grüßen oder sich fürs Vorbeilassen bedanken, chinesische Touristen sind. Eine Ausnahme stellen noch zwei Kinder mit ihrem Vater da, die uns höflich mit “Dobrý den” (Guten Tag) begrüßen, was wir natürlich erwidern. Trotzdem bin ich froh, dass das Gespräch daraufhin nicht weiter geht, denn meine Tschechischkenntnisse sind auf wenige Wörter beschränkt. Es ist mir schon öfter im Ausland passiert, dass ich im Ladengeschäft eine perfekte Begrüßung in der lokalen Sprache hingelegt habe, die dann durch eine Antwort in genau dieser Sprache erwidert wurde, die ich dann nicht mehr verstanden habe.

Endlich kommen wir am Prebischtor an. Dort befindet sich auch das Restaurant namens Falkennest. Das Prebischtor ist das größte Sandsteintor Europas. In dem ersten Film der Chroniken von Narnia ist es zu sehen. Der Ausblick ist fabelhaft und es hat sich gelohnt. Wir bleiben allerdings nicht all zu lang in der Hoffnung, noch den Zug zurück nach Leipzig zu bekommen. Der Rückweg durch Hřensko und die Straßenmärkte zieht sich ewig hin. Meine Beine sind schlaff, aber wir schaffen es und der Zug fährt gerade ein, als wir es bis auf den Bahnsteig in Schöna geschafft haben.

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