Speyer. Where German Emperors and Chancellors rest in peace. Wo deutsche Kaiser und Kanzler ruhen.

Today we visit the small town of Speyer in southwestern Germany. Despite its size it has some historical significance as it was once a Free Imperial City in the Holy German Empire. Its main draw is the large Imperial Cathedral.

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On the way from the train station to the historical center we pass a green park and think it is a good idea to cross it making a shortcut. Suddenly we see some people standing what appears to be a fresh grave. And indeed it is the very simple wooden grave of the recently deceased former German chancellor Helmut Kohl. A few flowers, not many, lie beside the grave. In my childhood I could never imagine there would be another chancellor than Kohl, he appeared kind of eternal. He has remained a controversial figure through out his political career. He has his merits and maybe I would not even be able to stand here if he had not fought for German unity. On the other hand he was a corrupt and power-driven politican who was destructive for friends and enemies alike.

Finally we reach the large impressive cathedral with typical Romanesque architecture. It is very simple from the inside, not much in the sense of imagery or decorations. Some of the former German emperors are buried here. From the cathedral we walk to the river Rhine and back towards the historical center. Speyer has a cute pedestrian zone with nice cafes and restaurants. We have some ice-cream before we head back to the train station.

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Heute besuchen wir das Städtchen Speyer in Rheinland-Pfalz. Trotz seiner beschaulichen Größe hat der Ort eine historische Bedeutung als freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Die meisten Besucher kommen wegen des Kaiserdoms.

Auf dem Weg vom Bahnhof zur Altstadt kommen wir an einem grünen Park vorbei und halten es für eine gute Idee, dort hindurch zu laufen, um den Weg abzukürzen. Auf einmal sehen wir, dass ein paar Menschen an etwas stehen, dass wie ein frisches Grab aussieht. Und tatsächlich ist es das sehr in simpel gehaltene, hölzerne Grab von Helmut Kohl. Ein paar Blumen, nicht sehr viele, liegen vor dem Grab. In meiner Kindheit und Jugend konnte ich mir nicht vorstellen, dass es einen anderen Bundeskanzler als Helmut Kohl geben könnte. Er war irgendwie eine Ewigkeitsfigur. Während seiner politischen Laufbahn ist er ja durchaus recht kontrovers gewesen. Einerseits hat er seine Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung und ohne ihn würde ich womöglich gar nicht hier stehen. Auf der anderen Seite war er auch ein korrupter und machtgieriger Politiker, der Freund und Feind gleichermaßen auch viel Schaden zugefügt hat.

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Schließlich erreichen wir den eindrucksvollen Dom im romanischen Architekturstil. Auch das Innere ist sehr schlicht gehalten, kaum Dekorationen oder Bilder. Einige der deutschen Kaiser sind hier begraben. Vom Dom aus spazieren wir zum Rhein und wieder zurück in die Altstadt. Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel hält eine Lesung vor alten Leuten. Ansonsten hat Speyer eine hübsche Fußgängerzone mit netten Restaurants und Cafés. Wir gönnen uns ein Eis, bevor es wieder zurück Richtung Bahnhof geht.

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Üks, kaks, kolm. Go, modern Tallinn. Modernes Tallinn.

Üks, kaks, kolm – this just means one, two, three in Estonian. Although I have to admit that these words somehow sound incredibly funny for Germans and maybe other Europeans as well, I do not want to ridicule the language. Indeed, I am deeply fascinated by it. What do Estonian, Finnish, Hungarian, Maltese, Turkish, and Basque have in common? – Yes, they are the only native Non-Indoeuropean languages in Europe. In Lithuania or Latvia I was somehow able to guess some meanings of written words, but in Estonia this is kind of impossible. At least they use Latin script.

sdr

While most tourists come to Tallinn for the medieval center, there is more to the city than that. Without doubt the city is the commercial hub of Estonia, with a focus on information technology. And the Finnish capital Helsinki is only two hours away by ferry. The entire metropolitan region has already been dubbed Talsinki. One visible aspect of Tallinn’s modern economy is the Rotermann district where old port buildings are renovated and combined with new architecture. Slightly reminds me of Hamburg. The exterior is interesting to watch, other than that the tourist is mainly confronted with overpriced bars and restaurants in this district.

We also visit the port where huge ferries and cruise ships dump vast hordes of passengers who invade the old town. It is July, but so cold and windy and rainy. Indeed very nordic. One interestic building is the huge Linnahall complex close to the Baltic sea. The name just means something like town hall, but it was merely a sports and event building that was built for the Summer Olympics 1980 in Moscow to host the sailing competitions. Now it spreads a nostalgic and rotten charm. The ruin is a reminder of the pretentious ambitions of the Soviet past.

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The day we have to leave the Baltics we are surprised by an enormous event I have not been aware of before. Tens and hundreds of thousands young people are marching through the city in traditional costumes singing cheerful tunes. In a German big city kids with such an attire would have been bullied or beat up, but here everyone is doing it and they do it with pride. It is really admirable and impressive. They are marching towards a stadium to sing and dance together. The only problem for us is that we are barely able to navigate through the center to catch our bus to the airport. And of course the buses take other routes than usual and do not depart as frequently as usual – all the signs telling about the diversions and changes are in Estonian only. Yet somehow we manage to get to the airport.

The peaceful Baltic fairytale adventure is over. We are back in cruel German reality. Landing at the outdated Berlin Tegel airport, hopping into an overly crammed airport bus to the train station, getting into an even more crammed expensive train without the possibility to sit since all seats are taken, and getting off at Leipzig Central Station which is particularly nasty on Sunday evenings where all kind of drunkards, begging people, noisy and aggressive teenager groups gather to make the traveler really feel uncomfortable.

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Üks, kaks, kolm – das bedeutet einfach nur eins-zwei-drei auf Estnisch. Obwohl ich zugeben muss, dass diese Wortfolge für einen Deutschen wohl recht lustig klingt, will ich das gar nicht ins Lächerliche ziehen. In der Tat finde ich die Sprache höchst faszinierend. Was haben Estnisch, Finnisch, Ungarisch, Maltesisch, Türkisch und Baskisch gemeinsam? – Richtig, sie sind die einzigen nicht-indogermanischen traditionellen Sprachen Europas. In Litauen oder Lettland konnte ich häufig die Bedeutung geschriebener Worte irgendwie erahnen, aber in Estland ist das komplett unmöglich. Wenigstens wird hier das lateinische Alphabet verwendet.

Die meisten Besucher kommen zwar nach Tallinn, um sich die Altstadt anzusehen, aber die Stadt hat natürlich mehr zu bieten. Zweifellos ist Tallinn das wirtschaftliche Zentrum Estlands und besonders die Informationstechnologie ist hier ganz groß. Und die finnische Hauptstadt Helsinki ist nur zwei Stunden per Schiff entfernt. Die ganze Metropolregion wird manchmal auch Talsinki genannt. Ein sichtbarer Aspekt von Tallinns moderner Wirtschaft ist das Rotermann-Viertel, in dem alte Hafengebäude mit moderner Architektur kombiniert wurden. Erinnert mich etwas an Hamburg. Von außen sind die Häuser interessant anzuschauen. Ansonsten bieten sie dem Touristen hauptsächlich überteuerte Restaurants und Bars.

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Wir machen einen Abstecher zum Hafen, wo riesige Fähren und Kreuzfahrtschiffe zahllose Passierhorden abladen, die die Altstadt heimsuchen. Es ist Juli, aber dennoch kalt, windig und regnerisch. Wirklich sehr nordisch. Ein interessantes Bauwerk ist der mächtige Linnahall-Komplex an der Ostsee. Der Name heißt so viel wie Stadthalle, aber es war mehr eine Art gigantisches Sport- und Veranstaltungszentrum. Die Linnahall wurde für die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau errichtet, um in Tallinn die Segelwettbewerbe auszutragen. In der Gegenwart versprüht das Gebäude einen nostalgischen und heruntergekommenen Charme. Die Ruine erinnert an die pompösen Ambitionen der Sowjetzeit.

Am Tag unserer Abreise werden wir von einem gewaltigen Event überrascht, auf das ich nicht eingestellt war. Zehntausende, nein Hunderttausende junger Menschen marschieren in traditionellen Trachten durch die Stadt und singen fröhliche Lieder. Also in einer deutschen Stadt wären Kinder in so einem Aufzug schon längst verprügelt oder wenigstens gemobbt worden, aber nicht so hier. Denn alle machen es und sie sind auch noch stolz darauf. Das ist wirklich bewundernswert und beeindruckend. Sie marschieren in Richtung Stadion, um dort gemeinsam zu musizieren und zu tanzen. Für uns besteht das einzige Problem jedoch darin, irgendwie durch das Stadtzentrum zu kommen, um unseren Bus zum Flughafen zu erwischen. Und natürlich fährt der Bus heute eine Umleitung und mit einem anderen Fahrplan. Alle Hinweis- und Umleitungsschilder sind nur auf Estnisch geschrieben. Aber trotzdem kommen wir irgendwie am Flughafen an.

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Das friedliche baltische Reisemärchen ist nun vorüber. Und es geht ab in die grausige deutsche Realität. Wir landen auf dem unzeitgemäßen Flughafen in Berlin Tegel, zwängen uns in den überfüllten Flughafenbus, um zum Hauptbahnhof zu kommen. Und von dort geht es in einen noch volleren teuren Intercity-Zug, der natürlich keine Sitzplätze mehr für uns bereithält. Alles nur, um dann am Leipziger Hauptbahnhof auszusteigen, der am Sonntag Abend stets besonders unangenehm ist. Alle Arten von Betrunkenen, bettelnden Leuten, lauten und aggressiven Jungmännergruppen versammeln sich hier, damit der Reisende sich auch wirklich besonders unwohl fühlt.

Toytown Tallinn. Puppenstube Tallinn.

We are not that lucky with the weather and it is endlessly raining in Riga. Somehow we manage to get to the bus terminal more or less dry. And we continue our journey to Estonia. The trip from Riga to Tallinn takes around 5 hours. I am surprised we stop at the border for a passport check since both countries belong to the Schengen area which usually means no controls. However circumstances are exceptional as Estonia is just assuming the presidency of the Council of the European Union in the second half of 2017, so measures for border control have been tightened.

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My first impression of Estonia is that it is indeed the most “Nordic” of the three Baltic countries. There are some neutral factors like the prevalance of blond hair color which is more common here than probably anywhere else in the world – and both Lithuania and Latvia already had a large blond majority. And the Estonian language is closely related to Finnish. The not so pleasant “Nordic” factors are the weather and the prices. It is quite chilly, rainy, and at least in the touristy parts of Tallinn the prices for food and accommodation are not Eastern European but more like Scandinavia.

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The historic center of Tallinn is well-preserved and really cute. It is like a perfect medieval town and probably more shiny than in the medieval ages. It started as a Danish settlement and was an important German trading post. And it looks similar to German medieval towns. The whole historic town is an attraction on its own and it is really nice to walk in the old cobblestone alleys seeing merchant houses, towers, and castles. The Eastern flavor comes with some Christian-Orthodox churches. Tallinn’s beauty is no more a secret. The streets are crammed with tourists and tour groups from all over the world. In contrast to Riga there are hardly any locals in the center – this is purely a toytown for tourists.

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Mit dem Wetter haben wir kein Glück und der Regen in Riga will einfach nicht aufhören. Irgendwie schaffen wir es, halbwegs trocken zum Busterminal in Riga zu kommen. Und wir setzen unsere Fahrt Richtung Estland fort. Die Busfahrt von Riga nach Tallinn dauert circa 5 Stunden. Ich bin überrascht, dass wir an der Grenze anhalten und und unsere Pässe kontrolliert werden, denn beide Länder gehören schließlich zum Schengenraum, was eigentlich bedeutet, dass nicht kontrolliert wird. Aber die Umstände sind wohl besonders, denn Estland übernimmt gerade die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union für die zweite Jahreshälfte und so wurden wohl auch die Grenzkontrollen wieder verschärft.

sdr

Mein erster Eindruck von Estland ist, dass es tatsächlich das “nordischste” aller drei baltischen Länder ist. Da gibt es zum einen neutrale Faktoren wie die Verbreitung der blonden Haarfarbe, die hier wohl häufiger als irgendwo sonst auf der Welt anzutreffen ist. Und dabei gab es schon in Litauen und Lettland eine blonde Mehrheit. Und die estnische Sprache ist dem Finnischen recht ähnlich. Die weniger schönen “nordischen” Faktoren sind das Wetter und die Preise. Es ist kühl, regnerisch und zumindest in den touristischen Ecken von Tallinn sind die Preise für Essen und Unterkunft nicht mehr osteuropäisch, sondern schon recht skandinavisch.

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Die Altstadt von Tallinn ist gut erhalten beziehungsweise saniert und wirklich bezaubernd. Tallinn wirkt wie eine perfekte mittelalterliche Stadt und ist wohl derzeit noch glänzender und sauberer als sie im Mittelalter wirklich war. Die Stadt wurde als dänische Siedlung gegründet und war später ein bedeutender deutscher Handelsposten. Und sie sieht auch aus wie eine mittelalterliche deutsche Stadt. Die gesamte Altstadt ist selbst ihre Hauptattraktion und es macht wirklich Freude, durch die gepflasterten Gassen und Straßen zu schlendern. Es gibt alte Patrizierhäuser, Türme und Schlösser zu sehen. Der östliche Einfluss ist an den christlich-orthodoxen Kirchen zu erkennen. Die Schönheit von Tallinn ist wirklich kein gut gehütetes Geheimnis mehr. Die Straßen sind voll mit Touristen und Reisegruppen aus aller Welt. Im Gegensatz zu Riga gibt es hier kaum noch Einheimische im Zentrum – das ist tatsächlich eine Puppenstube für Touristen.

sdr

 

Modern Talking in Brezhnev’s Summer Escape in Jurmala. Modern Talking in Breschnews Sommerfrische in Jurmala.

It’s a sunny day and we take the chance for a day trip from Riga to the nearby Baltic Sea resort town of Jurmala. We just need to take a train from the central station in Riga which departs in irregular intervals about every 20 or 30 minutes and takes half an hour to reach Majori station where most people get off.

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Jurmala became a sea spa in the 19th century for the German nobility. And in the Soviet era it was a popular resort for high ranking communist leaders like Brezhnev or Khrushchev. Besides from Black Sea places there was not much of a choice for summer beach resorts in the USSR. And Jurmala and Riga were much closer to Moscow and Leningrad (now again St. Petersburg). And indeed, the architecture is pretty nice and there are lovely wide sand beaches behind pinetree forests.

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Now again Jurmala has again become a popular leisure place not only for people from Riga, but also from Russia and other European countries. There is a fine pedestrian zone with lots of restaurants and cafes. And there are events like music concerts. I have to smile as I see a poster of the other half of Modern Talking: Thomas Anders, or Tomass Anderss as he is written in Latvian. The pop music star from the 1980s is quite popular in those post-Soviet countries.

sdr

The beach may be wide but nevertheless it is pretty crowded and there are zones for activities like beach-volleyball and lots of restaurants or massage parlours directly at the waterfront. We take a little sunbath. Even though it is probably one of the hottest and sunniest days in the end of June, the water is pretty cold and I prefer not to take a dip in the Baltic sea. Yet the atmosphere is relaxed and pleasant. After having some ice-cream in the pedestrian zone we take the train back to Riga.

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Es ist ein sonniger Tag und wir nutzen die Gelegenheit für einen Tagesausflug von Riga ins nahegelegene Ostseebad Jurmala. Wir müssen dafür einfach nur mit dem Zug vom Hauptbahnhof in Riga fahren, der in unregelmäßigen Abständen alle 20 bis 30 Minuten fährt. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde bis zum Bahnhof Majori, wo die meisten Leute aussteigen.

Jurmala entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ostseebad für die deutschbaltischen Reichen und Schönen. Und zu Sowjetzeiten war Jurmala für die kommunistischen Größen wie Breschnew oder Chrustschow als Urlaubsort beliebt. Denn außer am Schwarzen Meer gab es in der Sowjetunion einen Mangel an Badeorten am Meer. Und Jurmala und Riga waren schließlich auch deutlich näher an Moskau und Leningrad (jetzt wieder St. Petersburg) dran. Und in der Tat weist der Ort eine beschauliche Bäderarchitektur auf und es gibt breite weiße Sandstrände hinter Kiefernwäldern.

Und auch heute ist Jurmala wieder erneut zu einem beliebten Erholungsort geworden, nicht nur für die Großstädter aus Riga, sondern auch für Russen und andere Europäer. Es gibt eine schicke Fußgängerzone mit zahlreichen Restaurants und Cafes. Auch große Musikkonzerte finden hier statt. Ich muss etwas grinsen, als ich ein Poster der anderen Hälfte von Modern Talking entdecke: Thomas Anders, oder Tomass Anderss wie er auf Lettisch geschrieben wird. Der Popmusikstar der 80er Jahre ist eine große Nummer in den Nachfolgestaaten der UDSSR.

Auch wenn der Strand lang und breit ist, ist er dennoch ziemlich gut besucht und es gibt ausgewiesene Zonen für Aktivsport wie zum Beispiel Beachvolleyball. Auch sind Zelte für Restaurants oder Massagezonen direkt am Strand zu finden. Wir sonnen uns etwas am Strand. Aber selbst an einem der wahrscheinlich heißesten und sonnigsten Tage des Jahres Ende Juni ist das Wasser ziemlich kalt und ich verzichte auf ein Bad in der Ostsee. Dennoch ist die Stimmung entspannt und angenehm. Später holen wir uns noch eine Kugel Eis in der Fußgängerzone und dann geht es mit dem Zug zurück nach Riga.

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Riga. KGB and Art Nouveau. KGB und Jugendstil.

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What I really like about Riga is that it does not only have an indeed beautiful historical old town, but the more modern parts are also pretty interesting for a traveler. The other day we already walked through the huge central market behind the bus terminal which must the biggest of its kind in the Baltics. However I don’t really like markets because I hate crowds and don’t like to spend money on things I actually do not need. We just walk through to get to the Latvian Academy of Science. This building is also called Stalin’s birthday cake for a reason.

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The Centrs neighborhood boasts prime examples of another era. Riga has some of the most beautiful and well-preserved buildings of the Art Nouveau style which was popular around 1900. A few streets in this central district have large buildings with elegant and opulent decorations. It starts raining, so it is less fun standing outside looking at houses were rich people lived and are going to live in the future.

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Thus we decide to visit the former KGB prison, now a museum. The former Soviet intelligence and security agency had its own prison where suspected enemies of the Bolshevik state were detained. We take an English language tour which is strongly recommended everywhere, for instance at Tripadvisor. The interesting thing is we get to see the original cells and interrogation rooms. It is difficult to follow the stories of the tour guide though. There is a family with several very small children in the group and one of them constantly starts trouble and screaming. I really wonder which parents think that a torture museum is an appropriate fun trip for little kids. But even without this kind of disturbance, our guide makes understanding difficult, not only because of his weird pronunciation, but also since his stories are not really coherent and hardly make any sense in the end. I feel confused. It is cruel and a shame what happened here. Having visited other similar prisons in Germany or Cambodia, I feel that all these torture prisons in authoritarian states somehow all work based on the same principles. They have no internal logic for the people detained and mainly serve as a deterrent for the people outside. The weather outside is still rainy, and we had back to our hotel and to reflect about what we have seen and heard.

mde

Mir gefällt an Riga wirklich gut, dass nicht nur die hübsche Altstadt sehr sehenswert ist, sondern dass die moderneren Viertel der Stadt touristisch auch einiges zu bieten haben. Zuvor sind wir bereits durch den riesigen Zentralmarkt nahe des Busbahnhofs gelaufen, der wahrscheinlich der größte des Baltikums sein muss. Ich mag Märkte jedoch nicht sonderlich, das Gedränge nervt mich und ich mag sowieso nicht Geld für irgendwelchen Trödel ausgeben, den ich nicht brauche. Wir laufen einfach nur durch auf dem Weg zur Lettischen Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude ist ein schönes Beispiel stalinistischer Zuckerbäckerarchitektur.

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Im Viertel Centrs können Prachtexemplare einer anderen Epoche bestaunt werden. In Riga gibt es einige der schönsten und am besterhaltenen Häuser des Jugendstils aus der Jahrhundertwende. Einige Straßen sind voll mit Bauten, die elegante und verschwenderische Verzierungen aufweisen. Es fängt an zu regnen und es macht nicht mehr ganz so viel Spaß, draußen rumzustehen und die Häuser zu bestaunen, in denen einst sehr reiche Menschen lebten und in Zukunft wohl auch wieder leben werden.

sdr

Wir entschließen uns daher zu einem Besuch im KGB-Gefängnis, das zu einem Museum umfunktioniert wurde. Der frühere sowjetische Geheimdienst hatte in der Lettischen Sowjetrepublik sein eigenes Gefängnis, in denen die mutmaßlichen Feinde des bolschewistischen Staates interniert wurden. Wir schließen uns dem geführten Rundgang auf Englisch an, der überall empfohlen wird, zum Beispiel bei Tripadvisor. Es ist schon interessant, die originalen Zellen und Verhörräume zu sehen zu bekommen. Allerdings ist es schwierig, den Ausführungen des Tourguides zu folgen. In unserer Gruppe ist eine Familie mit vielen sehr kleinen Kindern, die ständig Ärger machen und schreien. Ich frage mich wirklich, welche Eltern auf die Idee kommen, den Besuch eines Foltergefängnisses als angemessene Urlaubsbespaßung für Kinder anzusehen. Aber selbst ohne diese Störung ist es schwer, den Tourguide zu verstehen – nicht nur wegen seiner komischen englischen Aussprache und Betonung, aber auch weil seine Geschichten keinen inneren Zusammenhang haben und am Ende selten Sinn ergeben. Ich bin verwirrt. Es ist wirklich grausam und eine Schande, was hier passiert ist. Mit Hinblick auf meine Besuche in ähnlichen Gefängnissen in Deutschland und Kambodscha stellt man schon Gemeinsamkeiten fest. Diese Gefängnisse in autoritären Regimen funktionieren alle nach ähnlichen Prinzipien. Für die Internierten gibt es kaum eine interne Logik und sie dienen hauptsächlich der Abschreckung der noch nicht inhaftierten Bevölkerung. Draußen regnet es immer noch und wir kehren zum Hotel zurück, um über das Gesehene nachzudenken und zu reflektieren.

sdr

Blackheads Brotherhood by Big Baltic Boomtown. Baltenmetropole Riga.

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Riga has only a few more inhabitants than Vilnius, but what a difference that makes! After the slightly depressing atmosphere in Vilnius, Riga feels like breath of fresh air to me. Maybe it is its proximity to the Baltic sea and the ports, maybe the Hanseatic past – it feels like a real metropolis and is the undisputed urban center of the Baltic countries. Of course the Soviet era also left heavy marks, but in the old town you feel like you could as well be in a fancy North German or Western European city.

And in fact after starting as a Viking trading post, the city’s history is dominated by German influence. In the Middle Ages, Riga was ruled by archbishops and the Teutonic Order. Riga’s old town now is for large parts a pedestrian zone and UNESCO world heritage.

cof

The first thing we do is leaving the old town to take the elevator in the huge Stalinist building of the Latvian Academy of Sciences to have an amazing view over the entire city. The old town is dominated by St. Peter’s Church. And one of the most prominent buildings in the Brotherhood of the Blackheads, the old association of unmarried merchants. Interestingly just this building is not an original one, but a reconstruction since the building was bombed in the Second World War. Riga also has some Jewish history and we visit a synagogue. The guy who sells the ticket is a bit distrustful towards us and has a look after us why we take so long to visiting the place and taking pictures.

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It is really nice to explore the old town. We have some ice-cream which is kind of a sad and expensive story in the Baltics, but later we decide to have some pancakes which are indeed a much better choice here for dessert or accompanying coffee. We quickly notice Riga is more popular with international tourists than Vilnius and it also feels more “Nordic”. The proficiency of English is much better here. Luckily there are not as many bachelor binge drinking groups as we thought before. One notable feature of Riga in midsummer are the white nights. Coming closer to the polar circle it does not really get dark at night. At midnight the sky still retains a smooth blueish color.

mde

Riga hat nur unwesentlich mehr Einwohner als Vilnius, aber das macht schon einen enormen Unterschied! Nach der leicht deprimierenden Stimmung in Vilnius fühlt sich Riga richtig frisch dagegen an. Vielleicht liegt es an den Häfen und der Nähe zur Ostsee, vielleicht an der hanseatischen Vergangenheit – jedenfalls fühlt es sich wie eine richtige Großstadt an. Riga ist das unbestrittene urbane Zentrum des Baltikums. Natürlich hat auch hier die Sowjetzeit ihre Spuren hinterlassen, aber in der Altstadt fühlt man sich wie in einer schicken norddeutschen oder westeuropäischen Stadt.

Und tatsächlich wird Rigas Geschichte nach einem kurzen Start als Handelsposten der Wikinger vor allem durch deutschen Einfluss dominiert. Im Mittelalter wurde Riga von Bischöfen und dem Deutschen Orden regiert. Rigas Altstadt ist heutzutage zu großen Teilen auch Fußgängerzone und gehört zum UNESCO-Welterbe.

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Das erste, was wir hier machen, ist die Altstadt wieder zu verlassen, um uns in den Fahrstuhl der Lettischen Akademie der Wissenschaften zu begeben. Von einer Plattform dieses stalinistischen Hochhauses hat man einen fantastischen Ausblick auf die gesamte Stadt. Die Altstadt erkennt man sofort am Turm der Petrikirche. Ein anderes prominentes Gebäude ist das Schwarzhäupterhaus, wo die Bruderschaft unverheirateter Kaufleute ihre Versammlungen abhielt. Interessanterweise ist ausgerechnet dieses Gebäude kein Original, sondern eine Rekonstruktion, da das Haus einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. Riga kann auch mit jüdischer Geschichte aufwarten und so besichtigen wir eine Synagoge. Der Mann vom Kartenverkauf traut uns nicht ganz über den Weg und schaut immer mal wieder rein in den Saal, weil wir anscheinend zu lange brauchen, um uns umzusehen und Bilder zu machen.

cof

Die Altstadt zu erkunden macht echt Freude. Wir gönnen uns etwas Eis, das allerdings eine eher traurige und kostspielige Angelegenheit im Baltikum ist. Später essen wir noch Pfannkuchen mit Kirschen und sauerer Sahne und das ist eine wesentliche bessere Begleitung zum Kaffee. Man stellt schnell fest, dass Riga bei ausländischen Gästen deutlich beliebter als Vilnius ist und die Stadt wirkt auch “nordischer”. Auch die Englischkenntnisse der Einheimischen sind zumindest in der Altstadt besser. Zum Glück gibt es nicht ganz so viele betrunkene Junggesellenabschiedsgruppen hier, wie ich befürchtet hatte. Eine Besonderheit an Riga zu Mittsommer sind die Weißen Nächte. Je näher man dem Polarkreis kommt, desto weniger wird es nachts richtig dunkel. Um Mitternacht leuchtet der Himmel immer noch in einem sanften Blau.

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Vilnius. Where Grand Duchy meets Microstate Republic. Wo Großfürstentum auf Minirepublik trifft.

What I really like about the center of Vilnius is that everything is easily walkable. All around the old town lots of buildings from various centuries stand a bit scattered. To me Vilnius does not make the impression that there was a masterplan how to design this city. Things appear to have grown organically or a bit chaotically – probably a matter of perspective. The southern tip of the old town is marked by the Gate of Dawn. This place attracts a lot of Catholic devotees and is an important pilgrimage place.

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Walking up further north we pass the townhall and close to the river Neris there are the remnants of the castle of Gediminas on top of a hill. Gediminas was the Grand Duke of Lithuania in the 14th century and he is considered an important guy in the country’s history since he made Lithuania great again as he fought successfully war against neighbors and established Vilnius. From the hill we have a beautiful comprehensive overview over all parts of the city.

sdr

An interesting part of Vilnius is located in a slope of the Vilnia river. This tiny neighborhood declared independence in 1997 as the Republic of Užupis. Of course this is more of a marketing gag by the artists living here. Actually it consists only of a very few streets, a welcome sign, a written constitution, and a mini square with a pagoda covered in colorful Tibetan prayer flags. We could not spot any artists, the streets were quite empty. This is certainly no Christiania here. But still the energy and the atmosphere feels more open and relaxed in this part of the city than anywhere else. Also the visitors are younger and seem to be more independent travelers compared to the large tour groups of older people visiting the old town.

In the middle of the center we also find the Presidential Palace of the current Lithuanian Republic. A mixed group of soldiers and medieval knights is patrolling the streets nearby which looks quite funny. The next day we are going to leave Vilnius. It was interesting to explore this odd city, however you probably won’t need more than one or two days for a visit.

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Was mir am Zentrum von Vilnius wirklich gut gefällt ist, dass es leicht per Fuß zu erkunden ist. Überall in der Altstadt stehen Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten verstreut herum. Auf mich macht Vilnius nicht den Eindruck, dass es eine richtige Stadtplanung gegeben hat. Alles ist organisch gewachsen, oder chaotisch, wohl Ansichtssache. Die Südspitze der Altstadt wird vom Tor der Morgenröte markiert. Dieser Ort ist eine bedeutende Pilgerstätte und zieht viele katholische Gläubige an.

sdr

Auf dem Weg nach Norden kommen wir am Rathaus vorbei. Nahe dem Fluss Neris befinden sich die Überreste der Gediminas-Burg auf einem Hügel. Gediminas war im 14. Jahrhundert Großfürst Litauens und ist eine bedeutende Gestalt in der Geschichte des Landes, denn er machte Litauen “great again” mittels Kriegen gegen die Nachbarländer und der Gründung von Vilnius. Vom Hügel aus haben wir einen fantastischen Ausblick auf die ganze Stadt.

Ein interessanter Teil von Vilnius befindet sich in einer Schleife des Flüsschens Vilnele. Dieses winzige Viertel erklärte sich 1997 für unabhängig als Republik Užupis. Natürlich ist das mehr ein Marketinggag der hier ansässigen Künstler. Und in der Tat besteht die Republik nur aus einigen wenigen Straßen, einem Begrüßungsschild, einer auf eine Wand gemalten Verfassung und einem kleinen Platz mit einer Pagode, die in tibetische Gebetsfahnen gehüllt ist. Künstler können wir keine entdecken. Die Straßen sind eher leer. Das ist wirklich kein Christiania. Aber dennoch fühlt sich die Energie und Atmosphäre hier besser und entspannter an als in anderen Teilen der Stadt. Die anderen Besucher sind auch eher jünger und unabhängig unterwegs im Vergleich zu den Rentner-Reisegruppen in der Altstadt.

cof

Im Zentrum der Altstadt befindet sich der Präsidentenpalast der aktuellen litauischen Republik. Eine gemischte Gruppe aus Soldaten und Rittern patrouilliert die Straße entlang, das wirkt recht komisch. Am nächsten Tag werden wir Vilnius wieder verlassen. Es war schon interessant, diese seltsame Stadt zu erkunden, allerdings braucht man auch nicht mehr als ein oder zwei Tage dafür einplanen.