Eine Woche Wanderurlaub in Madeira für Individualreisende.

Madeira ist eine saftig-grüne Insel irgendwo zwischen Portugal, Afrika und den Kanarischen Inseln gelegen. Die Insel ist wegen ihres milden atlantischen Klimas ein idealer Zufluchtsort in allen vier Jahreszeiten. Naturliebhaber und Wanderfreunde lieben diese zerklüftete Insel. Zwar ist sie besonders bei Pauschalreisenden aus Ländern wie Deutschland oder Großbritannien sehr beliebt, aber Madeira lässt sich auch individuell mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen. Madeira ist ideal für einen einwöchigen Urlaub und wir schauen uns die schönsten Wanderungen für diejenigen an, die zum ersten Mal die Insel besuchen und von allem ein bisschen sehen wollen.

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Hafen in Funchal

Erkundungsbasis

Funchal ist die Hauptstadt von Madeira. Verkehrsverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants bieten hier die größte Vielfalt, so dass es sich lohnt, sich in Funchal eine Unterkunft zu suchen und Tagesausflüge von hier zu starten. Die Lage spielt eine wichtige Rolle in der bergigen Stadt. Je weiter unten am Hafen, desto besser. Es gibt verschiedene Busunternehmen. Einige haben ihr Terminal nahe der Seilbahn, andere halten am großen Boulevard entlang der Uferpromenade. Zahlreiche Restaurants befinden sich in den Fußgängerzonen der Stadt. Anders als sonst im ländlichen Portugal ist es in Funchal auch kein Problem, Restaurants mit vegetarischen und veganen Gerichten zu finden.

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Funchal

Flughafen

Von allen wichtigen großen Flughäfen gibt es das ganze Jahr über Direktflüge nach Madeira. Wo kein Direktflug angeboten ist, kommt eventuell eine Umsteigeverbindung über Lissabon in Frage. Vom Flughafen in Madeira kann man über eine preisgünstige und annähernd stündlich verkehrende Busverbindung in 30 bis 60 Minuten nach Funchal fahren, je nachdem in welchen Teil der Stadt man genau hin möchte.

Wandertouren

1 Seilbahn und Levada dos Tornos

Diese einfache Wanderung von Funchal aus eignet sich für den Einstieg ins Wanderabenteuer. Um sich den anstrengenden Aufstieg zu ersparen, fährt man per Seilbahn vom Zentrum Funchals bis hoch nach Monte. Dort erwarten uns lohnende Ausblicke über die Stadt. Nach einem kleinen Abstecher zur Kirche Igreja do Monte kehren wir wieder zurück zum Ausgangspunkt und laufen in Richtung Westen. Nach einem kleinen Steilstück geht es dann nur noch ziemlich gerade weiter.

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Levada dos Tornos

Den größten Teil des Weges laufen wir neben der Levada dos Tornos. Levadas sind typisch für Madeira und wurden früher nur als Bewässerungskanäle benutzt. Heutzutage ist die Levada-Wanderung unverzichtbarer Teil des Wandererlebnisses in Madeira. Auf dem Weg kommen wir an den niedergebrannten Ruinen des Choupana Hills Hotel vorbei und können uns einen Tee, Kaffee oder einen Snack im Hortensia Gardens Tea House gönnen. Als nächstes geht es weiter zu den Palheiro Gardens. Von hier aus laufen wir runter zur Hauptstraße und nehmen einen der Busse in Richtung Funchal.

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Blick vom Wanderweg auf Funchal.
2 Nonnental – Curral das Freiras

Auch dieser Ausflug ist einfach zu bewältigen, am besten als Halbtagestour. Die Berge sind hier majestätisch und der Ausblick spektakulär. Mit Bus #81 fährt man von Funchal bis zum Hotel an der Eira do Serrado. Von hier oben ist der Ausblick ins Tal ganz fantastisch. Für die Wanderung geht es einfach nur bergab ins Tal. Unten im Dorf gibt es ein paar Einkehrmöglichkeiten für Mittagessen oder einen Kaffee. Von hier aus nimmt man den gleichen Bus zurück nach Funchal. Wer es anstrengender mag, kann auch ins Dorf fahren und den Weg von unten nach oben nach Eira do Serrado laufen.

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Curral das Freiras
3 Ribeiro Frio nach Portela

Für einen Einblick in das zerklüftete Inselinnere empfehlen wir diese Tageswanderung. Man nimmt Bus #56 oder #103 in Richtung Santana und steigt in Ribeiro Frio aus. Auf dem ersten Teil der Wanderung ist man umringt von anderen Touristen. Von der Bushaltestelle am Ortseingang von Ribeiro Frio laufen wir ein kurzes Stück zum Aussichtspunkt Balcões – dem Balkon über das Tal.

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Balcões

Nachdem wir uns satt gesehen haben, wandern wir dasselbe Stück in Richtung Dorf wieder zurück, überqueren die Straße und beginnen das lange Teilstück entlang einer Levada durch den grünen Wald. Diese Wanderung ist zwar lang, aber nicht sehr anspruchsvoll, denn es gibt fast keine steilen Abschnitte. Der Wanderweg endet in Portela, einem winzigen Dörfchen mit einem Restaurant. Von hier aus geht es per Bus (Linie #20, 53, 78) zurück nach Funchal. Hier lohnt es sich, genau vorauszuplanen. Wir empfehlen, die Wanderung an einem Wochentag durchzuführen. Am Wochenende und an Feiertagen fahren nur sehr wenige Busse von hier und es besteht die Gefahr, hier stundenlang fest zu hängen. Manchmal warten hier auch Taxis, oft aber auch nicht.

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Weg nach Portela
4 Pico Ruivo

Der Pico Ruivo ist der höchste Berg Madeiras und der dritthöchste Portugals. Man kann ihn vom Fuße aus besteigen, aber wir schlagen eine leichtere Variante vor. So wie in Route #3 nimmt man den Bus von Funchal nach Santana, bleibt aber bis zur Endstation sitzen. Es verkehren sowohl Expressbusse als auch langsamere Busse, die jedoch Abstecher durch spektakuläre saftig-grüne Landschaften und steile Gebirgsgegenden machen. Santana befindet sich an Madeiras Nordküste und ist für Häuschen in traditioneller Bauweise bekannt. Außerdem lassen sich einige nette Cafés und Restaurants finden.

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Typische Häuschen in Santana

Leider gibt es keine Busverbindung in Richtung Berg, man kann jedoch ein Taxi vom Ort bis zum Parkplatz des Pico Ruivo nehmen – die Stelle nennt sich Achada do Teixera. Dem Fahrer sollte man beim Absetzen Bescheid geben, sich dort nach zwei Stunden wieder abholen zu lassen. Für den Aufstieg kann man eine Stunde oder weniger einplanen, der Rückweg geht deutlich zügiger vonstatten. Der Wanderpfad ist in exzellentem Zustand. Diese Wanderung ist von den hier beschriebenen die anspruchsvollste, ist aber dennoch eigentlich nicht besonders schwierig. Man schwitzt ein wenig, aber das war es dann auch schon. Bei gutem Wetter ist der Ausblick vom Gipfel wunderschön. Und nachdem wir uns satt gesehen haben, kehrt man auf dem gleichen Weg zurück wie man gekommen ist, das gilt auch für den Bus zurück nach Funchal.

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Hoch zum Pico Ruivo
5 Halbinsel Ponta de São Lourenço

Dieser Teil Madeiras unterscheidet sich komplett von den anderen Gegenden. Die schmale Halbinsel weist eine karge Landschaft auf, die auf beiden Seiten vom Meer begrenzt wird. Man ist den Elementen ausgesetzt, insbesondere Sonne und Wind, allerdings regnet es hier seltener als im Inselinnern. Die Schönheit der Landschaft lockt zahlreiche Besucher an. Von Funchal nimmt man den Bus #113 nach Baia D’Abra.

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Ponta de São Lourenço

Von hier aus geht es direkt los mit dem Wanderweg. Es geht ständig hoch und runter. Das letzte Teilstück der Strecke hoch zum Ponta do Furado ist sehr steil. Man kann es weglassen, verpasst allerdings auch eine wunderbare Aussicht auf den Rest der Halbinsel. Um zurückzukommen, läuft und fährt man wieder genauso wie man gekommen ist.

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Blick zurück auf die Hauptinsel von der Ponta de São Lourenço

Weiter gehts

An den wanderfreien Tagen kann man sich ausruhen oder Funchal zum Einkaufen oder Sightseeing erkunden. Eine Woche auf Madeira ist schneller um als man denkt. Erfahrenen Madeira-Besuchern bietet sich eine Vielzahl an weiteren Wanderwegen in den unterschiedlichsten Landschaften, zum Beispiel mehr im Innern der Insel.

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Funchal bei Nacht

One week of Hiking in Madeira for independent Travellers.

Madeira is a lush green island somewhere in the middle between mainland Portugal, Africa, and the Canary Islands. It is an ideal getaway for Europeans in all four seasons due to its mild Atlantic climate. Nature lovers and hiking enthusiasts love this rugged island. Although many elderly package tourists from countries like Germany or Britain come here, it is easy to explore the island on your own as an independent traveller using public transport. Madeira is perfect for a one-week-holiday and we are going to explore some of the best hikes for first-time-visitors to see the best of the island.

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Port of Funchal

Base yourself

The capital is the city of Funchal. Transport connections and shopping as well as dining options are best here, so it pays off to book your accommodation in the city and make day trips from here. Location is important in Funchal. The city is steep. The further down the better. There are different bus companies. One has its terminal close to the cable car station, others stop at the main boulevard at the waterfront. Lots of restaurants line the pedestrian zones in old Funchal. Other than usual in smaller towns in Portugal it is no problem locating restaurants specialising in vegetarian and vegan cuisine in Funchal.

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Funchal

Airport

Major European airports offer direct connections to Madeira’s airport all year round. If there is no direct connection, you might connect through Lisbon. There is an inexpensive public bus leaving every hour or so to Funchal, taking approximately 30 to 60 minutes depending where you want to go in Funchal.

Hiking

1 Cable Car and Levada dos Tornos

This is an easy trip for beginners to start your hiking adventure in Funchal. In order to spare you from climbing all the way up, just take the cable car from downtown Funchal up to Monte. You are offered intriguing views over Funchal. Visit the Igreja do Monte church and go back from here the hiking trail just walking west. There is one steep stretch. After this part the hiking trail runs almost even.

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Levada dos Tornos

Large parts of the trail you walk next to the Levada dos Tornos. Levadas are typical to Madeira and were originally used as irrigation channels. Nowadays walking along Levadas is part of the essential hiking experience in Madeira. On the way you pass the burned-down ruins of the Choupana Hills Hotel and you might have a tea, coffee, or a snack afterwards in the Hortensia Gardens Tea House. The next stop would be the Palheiro Gardens. A little further down you get to the main road and from here take any bus going back to Funchal.

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View from the trail over Funchal.
2 Nun’s Valley – Curral das Freiras

This trip again is an easy one although it is recommended to do it as a half-day trip. The mountains are majestic and the views are spectacular. We would suggest you to take bus #81 from Funchal to the Hotel of Eira do Serrado. It sits on the top of the valley and offers comprehensive views over the valley. From here you only hike down to the village in the valley. If you want more challenge, you might of course walk up and down here. Down in the village there are a few options for having lunch or a coffee break. From here you can take the same bus back to Funchal.

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Curral das Freiras
3 Ribeiro Frio to Portela

To experience the rugged center of the island we suggest to walk this comprehensive day trip. Take bus #56 or #103 to Santana and get off in Ribeiro Frio. The first part of this trip is very popular with tourists. From the bus stop at the entrance of the village you take a short walk to the spectacular viewing point of Balcões – the balcony over the valley.

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Balcões

After enjoying this view you take the same way back to the village, cross the road and start the long walk alongside a Levada through the lush green forests. The walk may be long, but it is not that difficult since there are hardly any steep stretches. The trail ends in Portela, a tiny village with a restaurant. From here take any bus (#20, 53, 78) back to Funchal. Plan ahead carefully. We would advise to walk this trail on a regular weekday. If you go on weekends or on public holidays, there are very limited bus services to take you back to Funchal and you might be stuck for hours. Sometimes taxis are waiting here, sometimes there aren’t any.

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Way to Portela
4 Pico Ruivo

The Pico Ruivo is the highest mountain in Madeira and the third highest in all of Portugal. You might climb all the way up and down, but we suggest an easier way. As in trip #3, take a bus from Funchal towards Santana, but stay in the bus until you reach the end of the bus journey. Either take an express bus with lesser stops, or take a longer one and enjoy the drive through spectacular green and steep mountainous landscapes. Santana is situated at the northern coast and is famous for its distinct style of traditional houses. There is also a nice choice of restaurants and cafes.

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Typical houses in Santana

Unfortunately there is no public transport up to the mountain, but you can take a taxi from here to the parking lot of the Pico Ruivo called Achada do Teixera. Tell your driver to come back in two hours to pick you up to get back to town. You probably need one hour or less to get up to the mountain, and much less to get down. There is a well-marked trail in a good condition to take you up. This hike is probably the most challenging one of the hikes suggested here and you will probably be sweating a bit, but it is certainly not really difficult. If the weather is fine, the views are amazing. And if you have enough of everything, you get back the same way you came up – same with the bus.

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Up to the Pico Ruivo
5 Peninsula of Ponta de São Lourenço

This part of Madeira is totally different from the others. The narrow peninsula offers a barren landscape bordered by the sea on both sides with a lot of exposure to wind and sun, but with a smaller probability of rain than in the interior of the island. Its beauty attracts a lot of visitors. From Funchal take bus #113 to Baia D’Abra.

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Ponta de São Lourenço

This is the direct starting point of the trail. It takes you up and down. You might skip the last stretch on the Ponta do Furado which is a bit steeper, yet offers fantastic views. To get back, you take the same way you came.

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Looking back at the mainland from Ponta de São Lourenço

And more

On other than your hiking days you might want to relax or stay in Funchal for shopping or sightseeing. Your week will be over quicker than you might think. For the frequent or experienced Madeira visitor there are enough hikes that are more challenging or show you more of the interior of the island.

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Funchal at night

Castles, Palaces, Fairytales. Schlösser, Paläste, Märchen. Castelos, Palácios, Contos de Fadas.

I have already been to beaches in this vacation, so I opt for a culturally centered daytrip from Lisbon which leads me to Sintra. It can be reached conveniently from the Rossio Station in Lisbon by suburban train. The train is crowded. Right opposite to me there are two ladies sitting who I assume to be Portuguese. Only after half an hour or so half-listening to them chatting I realise they are actually speaking Swiss German. Understanding Portuguese probably would have been easier.

After arriving at Sintra’s station, many passengers look for the public buses to take them around since the town is a bit away from the station and all the castles and sites are not located within town but further away. I already know I do not want to wait in long queues for the bus and be squeezed among the many tourists. This little town is just overrun by tourists. Some people are walking as I do. A rather short walk along the road takes me to the town proper. I am there before the masses arrive and enjoy a quick breakfast. Usually I have an espresso, called bica here, and some small cakes or tarts. I love the pastéis de nata, and aditionally I get myself a little coconut tart.

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I have no real idea where to go. I just know I need to go way up high. One of the narrow roads leads me a bit out of town and I find the entrance to the steep path up to the Moorish Castle. It is actually a pretty nice path through the forests and the best thing is the absence of the crowds. Up at the castle’s entrance this changes again. I wonder if I should pay the entrance fee or just have a look from the outside. After all the Moorish Castle is very old and besides from the fortifications there is probably not much to see. So I just move on through the forest to the next sight.

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At the entrance of the Palácio Nacional de Pena there are enormous crowds. This is the place where I really need to buy a ticket as the castle is not visible from the outside. I just buy a ticket for the garden as I don’t feel like going inside anyway. The whole area is very large, there are several ways and viewpoints, up and down. The highlight is of course the colorful palace which looks like a surreal dream created by Antoni Gaudi or Hundertwasser. Little towers and decorative elements in red, yellow, and blue. It is not an ancient, authentic building, more of a fantasy decorative castle with lots of architectoral elements from different centuries, a bit like the famous fairy tale castle of Neuschwanstein in Bavaria. The palace is definitely a highlight of any visit to Sintra.

On the way down to town I take a scenic route, looking at the Moorish Castle from another perspective. I also go to other buildings around, one looking like a haunted Victorian castle, and then I get myself a coffee and a fancy vegan burger dish before taking the next train back to Lisbon.

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Da ich in diesem Urlaub schon am Strand war, entscheide ich mich dieses Mal für einen Kulturausflug nach Sintra. Der Ort lässt sich bequem vom Bahnhof Rossio in Lissabon aus mit einer Art S-Bahn erreichen. Der Zug ist ziemlich überfüllt. Mir gegenüber sitzen zwei Damen, die ich für Portugiesinnen halte. Erst nach einer halben Stunde halbherzigen Belauschens fällt mir auf, dass die beiden eigentlich Schweizerdeutsch reden. Wahrscheinlich hätte ich mehr verstanden, wenn sie portugiesisch gesprochen hätten.

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Am Bahnhof Sintra angekommen halten viele Passagiere Ausschau nach den öffentlichen Bussen, mit denen sie ins Stadtzentrum und zu den Sehenswürdigkeiten transportiert werden wollen. In Sintra liegt alles etwas weiter auseinander und vieles ist nicht wirklich fußläufig. Beim Anblick der Massen weiß ich jedoch schon, dass ich lieber nicht in der langen Schlange am Bus warte und mit ihnen eingequetscht sitzen möchte. Dieser kleine Ort ist wirklich von Touristen überlaufen. Manche gehen zu Fuß ebenso wie ich. Ein eher kurzer Fußmarsch bringt mich vom Bahnhof in das eigentliche Städtchen. Ich komme vor den Menschenmassen an und genehmige mir ein kleines Frühstück. In Portugal hole ich mir immer einen Espresso, den man hier Bica nennt, und etwas Süßes. Ich liebe die Pastéis de Nata und hole mir noch ein Kokosmakronending dazu. 

Ich bin etwas planlos, wo ich weiter hin laufen soll. Auf jeden Fall muss ich irgendwie nach oben. Eine der engen Straßen führt mich raus aus dem Ort und ich entdecke den Eingang zu einem steilen Wanderpfad hoch zur maurischen Burg. Der Wanderweg durch den Wald ist ganz nett und das Schönste ist die Abwesenheit anderer Menschen. Oben am Eingang zur Burg ändert sich das wieder. Ich überlege, ob ich wirklich das Eintrittsgeld bezahlen sollte oder mir einfach alles von außen ansehe. Schließlich ist die Maurenburg sehr alt und neben ein paar Befestigungsmauern gibt es wohl nicht viel zu sehen. Also mache ich mich durch den Wald lieber auf zum nächsten Ziel.

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Am Eingang des Palácio Nacional de Pena stehen schon die Menschenmassen an. Für diesen Palast muss ich mir wirklich ein Ticket kaufen, da er von außerhalb des Geländes nicht richtig zu sehen ist. Ich kaufe nur ein Ticket für den Garten, da ich mir das Innere sowieso nicht unbedingt ansehen will. Das Gelände ist sehr weitläufig, viele Pfade, Wege und Aussichtspunkte. Es geht immer hoch und runter. Das Highlight ist natürlich der farbenfrohe Palast, der einem surrealen Traum entspringen könnte, entworfen von Antoni Gaudi oder Hundertwasser. Kleine Türmchen und Schmuckelemente in rot, gelb und blau. Das Gebäude ist kein authentisches, mittelalterliches Gebäude, sondern eher ein dekoratives Fantasieschloss mit architektonischen Elementen aus verschiedenen Jahrhunderten. In dieser Hinsicht ähnelt es ein wenig dem Märchenschloss Ludwigs des II. in Neuschwanstein. Das Schloss ist definitiv ein Höhepunkt des Ausflugs nach Sintra. 

Beim Abstieg vom Schloss in den Ort wähle ich einen anderen Wanderweg, der auch sehr hübsche Ausblicke bietet. Man sieht auch das Maurenkastell aus einer anderen Perspektive. Ich mache noch einen Abstecher zu anderen interessanten Gebäuden. Eines sieht aus wie ein viktorianisches Geisterhaus. Dann hole ich mir noch einen Kaffee und eine schickes veganes Burgergericht, bevor ich den nächsten Zug zurück nach Lissabon nehme.

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The Wildcat Village. Das Wildkatzendorf.

The Hainich in the Free State of Thuringia is one of the lesser known national parks in Germany. It is a vast area consisting of primeval beech forest. I went there on a canopy walk a few years back. Now we want to see the feline superstars of the national park – the wildcats. A whole village is promoting itself as a wildcat village – Wildkatzendorf. It is called Hütscheroda. We park our car, pay entrance fees for the museum and the enclosure for the animals. The museum is a bit boring though new, but mainly targeted at kids. I don’t want to see a museum, a want to see living cats!

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Sadly there are no wildcats roaming around the village. At least there are some domestic cats. Actually wildcats are very shy and chances seeing them in the wild are minimal. Mostly it will just be a feral domestic cat if you spot one outside. Wildcats have a greyish thick fur and can look very similar to grey domestic cats. A visit in a wildcat village without wildcats would be very disappointing and I am happy there are four enclosures where four male wildcats live separately. Some of them are sleeping, others are shy, but there is one very lively and active cat. I think Oscar was his name. The enclosures are rather large and well maintained imitating the natural habitat of the animals with little lakes, hills and trees.

Now it is time for a walk. We do the Wild Cat Trail through the National Park. We do not see any of the felines there but hike through beech forests, some swampy areas, and enjoy the views over the plains of Thuringia before arriving back at the parking space and saying goodbye to the Wildcat Village.

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Der Hainich im Freistaat Thüringen gehört zu den weniger bekannten deutschen Nationalparks. Es ist ein weitläufiges von Buchen-Urwald bedecktes Gebiet. Ich war hier vor einigen Jahren schon mal auf dem Baumkronenpfad. Jetzt wollen wir die tierischen Superstars den Nationalparks besuchen – die Wildkatzen. Ein ganzes Dorf präsentiert sich hier als Wildkatzendorf. Es heißt Hütscheroda. Wir parken unser Auto, bezahlen das Eintrittsgeld für Museum und Gehege. Das Museum ist ganz neu, aber nicht sehr spannend. Es richtet sich hauptsächlich an Kinder. Ich will kein Museum sehen, sondern echte Wildkatzen!

Leider streunen keine Wildkatzen durchs Dorf, aber immerhin ein paar Hauskatzen. Tatsächlich sind Wildkatzen auch sehr scheu und die Chancen, einer in freier Wildbahn zu begegnen, sind minimal. Meistens handelt es sich dann doch nur um verwilderte Hauskatzen. Wildkatzen haben ein dichtes graues Fell und können gräulichen Hauskatzen sehr ähnlich sehen. Ein Besuch im Wildkatzendorf wäre ohne Wildkatzen jedoch ziemlich enttäuschend und so bin ich froh, dass es wenigstens ein paar Gehege mit den Tieren gibt. Vier Wildkater leben hier in getrennten Gehegen. Der eine schläft, der andere ist sehr scheu, aber ein Kater ist sehr lebhaft und aktiv. Ich glaube, er hieß Oscar. Die Gehege sind großzügig angelegt und imitieren den natürlichen Lebensraum der Tiere mit kleinen Teichen, Hügelchen und Bäumen.

Jetzt wird es Zeit für unsere Wanderung. Wir laufen auf den Wildkatzenpfad durch den Nationalpark. Wildkatzen begegnen wir dort tatsächlich nicht, aber wir wandern durch Buchenwälder und auch sumpfige Landschaften. Es gibt auch einen Aussichtspunkt mit einem schönen Ausblick über Thüringen bis hin zur Wartburg nach Eisenach. Dann geht es zurück zum Parkplatz und wir verabschieden uns vom Wildkatzendorf.

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Ill me now.

Ilmenau is a small town in the heart of Germany. It sits at the foot of the Thuringian Forest mountains. It is a place renowned for its Technical University where I have spent several years pursuing my first university degree. It may be a small place but for me as a young adult it meant freedom. I shared my appartment with other students, no one cared if I attended classes and I was basically free to do whatever I like the whole day. So I got to know a lot of people, went to numerous student parties and instead of going to university I spent my summers at the lake or hiking in the forest. No worries – I still received my degree.

I haven’t visited the place since 2006 but now I felt like seeing it again. So we decide to go on a day trip on a rainy day in spring. First we head to the appartment blocks where I was living. Nothing has changed much, just a little renovation in the buildings. Next stop is the campus which hardly looks like I remember it. So many new buildings. The whole layout of the campus has changed. Since we visit on a week-end and during a semester break, there are hardly any people on the campus and we walk through it like it were a ghost town. It is rainy and windy. I do not become very nostalgic, there is hardly any of the spirit left which made this place my home for many years. Without all the people I knew and having progressed towards other stages in life, it does not feel the same. So we leave the campus.

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A really nice thing around Ilmenau are the mountains and the forest. We want to climb up Kickelhahn, the mountain overlooking the city. As a student we climbed from the bottom. Now we take the car and drive up a road most of the part and only hike along the last stretch. There is still a lot of snow here. We are rewarded with clean air and beautiful views over the Thuringian Forest mountains.

We head back to town for lunch. Walking through the pedestrian zone I am reminded it is actually a nice place with some historical buildings and a certain historical significance. Ilmenau was one of the places where famous German writer Goethe wrote some of his poems. He also worked for the government of the Duke of Sachsen-Weimar-Eisenach responsible for mining. Now mining does no more play a role in Ilmenau. The biggest employer is the University. We head back home and will probably always keep a special place in my heart for this little town.

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Ilmenau ist eine Kleinstadt am Fuße des Thüringer Waldes. Sie ist bekannt für ihre Technische Universität, an der ich studieren durfte. Ilmenau mag klein sein, aber für mich als jungen Menschen bedeutete der Ort Freiheit. Ich wohnte in einer WG mit anderen Studenten, niemanden hat es interessiert, ob ich zu den Vorlesungen gehe und eigentlich konnte ich den ganzen Tag machen, worauf ich Lust hatte. Also lernte ich viele unterschiedliche Menschen kennen, ging zu zahlreichen Studentenpartys und statt ins Seminar fuhr ich im Sommer lieber an den See oder ging in den Wald wandern. Keine Sorge, mein Diplom habe ich trotzdem geschafft.

Seit 2006 war ich nicht mehr in der Stadt, aber jetzt hatte ich das Gefühl, ich muss mal wieder dort hin. Also entscheiden wir uns an einem verregneten Frühlingstag für einen Tagesausflug. Als erstes geht es zu den Wohnblöcken, wo damals meine WG war. Sie haben sich kaum verändert. Die Fassade wurde ein wenig saniert. Danach geht es auf den Campus, der wiederum kaum noch so aussieht, wie ich ihn in Erinnerung habe. So viele neue Gebäude. Eigentlich hat sich der ganze Grundriss des Campus verändert. Da wir an einem Wochenende und in den Semesterferien hier sind, ist nicht viel los, so als ob man durch eine Geisterstadt läuft. Es regnet, der Wind pfeift. Wirklich nostalgische Gefühle bekomme ich hier nicht, der ganze Geist, der diesen Ort für viele Jahre zu meinem Zuhause gemacht hat, ist verflogen. Ohne die ganzen Menschen, die ich kannte, ist es nicht dasselbe. Außerdem habe ich mich ja selbst auch verändert. Wir verlassen den Campus wieder.

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Eine wirklich tolle Sache sind die ganzen Berge und Wälder in der Umgebung der Stadt. Wir wollen den Kickelhahn besteigen, den Hausberg der Stadt. Als Student bin ich natürlich von ganz unten nach oben gelaufen. Heute fahren wir das anstrengendste Stück mit dem Auto und nur für die letzten Kilometer wandern wir. Hier liegt noch Schnee. Wir werden mit frischer, klarer Luft und schönen Ausblicken auf den Thüringer Wald belohnt.

Es geht wieder zurück in die Stadt. Beim Spaziergang durch die Fußgängerzone fällt mir wieder ein, was für eine nette beschauliche Altstadt Ilmenau eigentlich hat. Und auch geschichtlich ist die Stadt nicht unbedeutend. Goethe hat hier einige seiner Gedichte geschrieben und war im Auftrag des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach hier für Bergbau zuständig. Bergbau spielt heute keine Rolle mehr. Die Universität ist der größte Arbeitgeber der Region. Für uns geht es zurück nach Hause. Und Ilmenau wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten.

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Walking over Pandora’s roots. Über die Wurzeln von Pandora laufen.

Have I already mentioned Meghalaya reminds me of the planet Pandora in James Cameron’s movie Avatar? The tree roots in the dense tropical jungle feel like they communicate with each other. And why is there such a lush green jungle? – It is because Meghalaya is home to the clouds giving off humidity. Actually Meghalaya is a Sanskrit word meaning exactly this: the abode of the clouds.

To get to the jungle, we have to leave the surreal dry altiplano of Cherrapunji. We hire a taxi to take us to the village of Tyrna where our great hike begins. The road does not continue any further. The village of Nongriat is not connected by any road. We have to walk down 3,500 steps into a valley to see some more famous root bridges again. I am not so much worried about going down, more about going back up again later. The steps are made of concrete and are in a good condition.

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Down in the village we find out it is not yet Nongriat but another one. We see a sign leading us to a root bridge and pay our entrance and photography fees as usual. However this is not the double-decker bridge, it is a single-deck one. Still a very fascinating sight. We walk over Pandora’s roots. Nearby there is a narrow cave that we also explore. We meet a group of US-American tourists. So far a long-haired Canadian guy in Shillong has been the only Westerner we have seen in the whole state.

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We follow the river in this beautiful green tropical landscape and cross several suspension bridges. Finally we reach the laidback village of Nongriat. Just like a serpent one small path runs through the village. There is also a simple guesthouse. I wonder what it is like to stay here for the night. We are not prepared for this and have already told our taxi a pick-up time. Maybe next time.

And now here it is: the famous double-decker bridge. I can only speculate why it has two decks, maybe as a kind of back-up if the rain and the river are two strong, so if one bridge has troubles, you can still use the other. We rest for a while and observe the serene beauty. Sometimes it becomes busier and nosier, as some groups of schoolchildren from Shillong or other Indian tourists arrive.

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The trail goes further along the river in the valley. People tell us there must be some pools for swimming. We follow the trail for a while and then decide to just rest in a calm place and take in the beauty of the landscape. Then we return all the way and climb up the infamous 3,500 steps which are not that bad.

We wait for our taxi. And we wait and wait, for one and a half hour. Problem is we have not paid them yet for the drive in the morning, and therefore you would expect they should be on time to get their money. Finally we ask some local guys if there is another way to get out of the village and we find a guy who drives us back to Cherrapunji. As expected our original belated taxi guys call our homestay staying and demand their money since they claim they were there to pick us up, only two hours too late. I am not willing to give in this time and see this as a lesson in assertiveness since we have been waiting so long for them to come. I manage to state my point clearly. As tourists we are used to getting overcharged, but we still want some service for it. So we finally agree on not paying the whole sum. We have a simple local dinner in our homestay and I sleep well after this wonderful hiking day. This has certainly been a highlight of our Meghalaya trip.


Habe ich schon erwähnt, dass mich Meghalaya an den Planeten Pandora aus James Camerons Film Avatar erinnert? Die Baumwurzeln im dichten Tropenwald wirken, als ob sie miteinander kommunizieren würden. Und warum gibt es überhaupt den feuchten grünen Dschungel? – Weil Meghalaya Heimat der Wolken ist, die ihre Feuchtigkeit hier abgeben. Und tatsächlich ist Meghalaya ein Sanskrit-Wort mit genau dieser Bedeutung: Heimstatt der Wolken.

Um in den Dschungeln zu gelangen, müssen wir die surreale Hochebene von Cherrapunji wieder verlassen. Wir organisieren uns ein Taxi, das uns zum Dorf Tyrna bringt, wo unsere große Wanderung beginnt. Die Straße geht hier nicht mehr weiter. Das Dorf Nongriat ist nicht ans Straßennetz angeschlossen. Wir müssen 3.500 Stufen hinunter ins Tal absteigen, um noch weitere berühmte Wurzelbrücken zu sehen. Das Runtergehen macht mir nicht so viele Sorgen wie der Gedanke an das Hochsteigen bei der Rückkehr. Die Stufen sind aus Beton und in einem guten Zustand.

Unten im Dorf finden wir raus, dass das hier noch gar nicht Nongriat ist, sondern ein anderes Dorf. Wir entdecken ein Schild, das uns auf eine Wurzelbrücke verweist. Wir üblich bezahlen wir unsere Eintritts- und Fotografiegebühren. Das ist jedoch gar nicht die Doppeldeckerbrücke, sondern “nur” eine einfache Brücke. Der Anblick ist nichtsdestotrotz faszinierend. Wir laufen über Pandoras Wurzeln. Und in der Nähe schauen wir in einer schmalen Höhle vorbei. Wir treffen auf eine Gruppe US-Amerikaner. Bis zu diesem Moment war ein langhaariger Kanadier in Shillong der einzige westliche Tourist, dem wir im gesamten Bundesstaat begegnet sind.

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Wir folgen dem Flusslauf in dieser zauberhaften grünen tropischen Landschaft und überqueren mehrere Hängebrücken. Schließlich erreichen wir das verschlafene Dorf Nongriat. Ein einziger Pfad schlängelt sich durch das ganze Dorf. Es gibt sogar ein einfaches Gasthaus. Ich frage mich wie es wäre, eine Nacht hier im Dorf zu schlafen. Allerdings sind wir darauf nicht vorbereitet und haben unserem Taxi schon eine Zeit gesagt, zu der sie uns wieder zurückfahren sollen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Und da ist sie: die berühmte Doppeldecker-Brücke. Ich kann nur mutmaßen, warum sie zwei Ebenen hat. Vielleicht als Absicherung, falls Regen und Fluss zu stark werden. Wenn eine der Brücken nicht mehr hält oder benutzbar ist, kann man noch die andere Ebene benutzen. Wir ruhen uns hier ein Stück aus und bestaunen die Schönheit des Anblicks. Es wird immer mal wieder laut und lebhaft, wenn zum Beispiel Schulklassen aus Shillong ankommen oder Gruppen anderer indischer Touristen vorbei kommen.

sdr

Der Wanderweg führt entlang des Flussbetts weiter durch das Tal. Man sagt uns, dass es weiter hinten Stellen zum Schwimmen gäbe. Wir folgen dem Pfad eine ganze Weile und bleiben irgendwann einfach an einem Ort, um uns dort auszuruhen und die Landschaft zu genießen. Dann geht es den ganzen Weg zurück und wir klettern die 3.500 Stufen wieder hoch. Ist aber gar nicht so schlimm.

Wir warten auf unser Taxi. Und warten und warten, für mehr als eineinhalb Stunden. Das Problem ist, dass wir die Hinfahrt am Morgen noch nicht bezahlt haben. Eigentlich sollte man denken, dass der Fahrer gerade deshalb pünktlich sein sollte, um sicher zu gehen, sein Geld auch zu erhalten. Schließlich fragen wir ein paar Dorfbewohner, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt, aus dem Dorf wegzukommen. Wir finden jemanden, der uns zurück nach Cherrapunji fährt. Wie zu erwarten, ruft unser verspäteter Taxifahrer vom Morgen in unserer Unterkunft an und verlangt die volle Geldsumme, denn schließlich wäre er ja extra nochmal für uns hingefahren – nur eben zwei Stunden zu spät. Dieses Mal habe ich keine Lust einfach nachzugeben und sehe das als Lektion in Sachen Durchsetzungsfähigkeit. Wir haben immerhin ziemlich lange gewartet. Ich schaffe es, meine Position deutlich zu machen. Als ausländische Touristen mögen wir gewohnt sein, zu viel Geld für alles zu bezahlen, aber dann sollte immerhin die Leistung auch stimmen. Wir einigen uns letztlich darauf, nicht die vollständige Summe zu zahlen. Am Abend essen wir in unserem Homestay noch eine Mahlzeit. Nach diesem wunderbaren Wandertag schlafe ich ausgezeichnet. Die Wanderung war einer der Höhepunkte unserer Reise nach Meghalaya.

Narnia in Czechia. Tschechisch-Narnia.

Summer is over and it is a good day for a long hike. We decide for a trip to the Pravcicka Gate which is called Prebischtor in German and Pravčická brána in CzechIt is one of the most iconic sandstone formations in the Elbe Sandstone Mountains that stretch over Saxony and Czechia. Yes, it’s “Czechia”, as I recently learned. The Czech government now encourages the use of “Czechia” as an English language short form of “Czech Republic” even though you might confuse it with Chechnya. The Czechs themselves can use the short form Česko, in German you say Tschechien and similar varieties already exist in other European languages.

sdr

Making it a day trip we take advantage of a direct train from Leipzig which only departs on Saturdays and is directed towards hikers. After a little more than two hours we reach Schöna, the final stop on the German side of the river Elbe. From here we get on the ferry over the Elbe river together with vast masses of mostly elderly German hiking enthusiasts. On the other side we reach the pretty little town of Hřensko stretched in the valley alongside the Kamenice river. The first stretch of Hřensko feels weird, like a mixture between East Germany in 1991 and street markets in Asia. We have to walk through shopping stalls selling cigarettes, booze, and cheap clothes. The shops are all managed by Vietnamese vendors and they are exclusively playing all the same annoying German pop songs.

We decide for a big hiking loop beginning with river gorges and finishing at the Pravcicka Gate. So we follow the Kamenice river and enter the steep Edmund Gorge which is not named after Prince Edmund from the Narnia movies but after the Bohemian prince Edmund of Clary-Aldringen who ordered the hiking trail to be constructed in the 19th century. The trail includes a stretch which can only be covered by boat. Luckily we can pay all the tickets in Euro here. The boatman tries to entertain the passengers with “funny” stories and names for all the rock formations. I know this game from many other parts of the world. Now you see the lionhead, this is the elefant, ahhh, and this E.T., E.T. from the movie, you know? My fantasy is limited and I just see rock. And the rock needles are the five sisters, Danka, Lanka, Hanka, and so on. Yet beautiful indeed.

sdr

After a kilometer we get off the boat and walk towards the next part, the Wild Gorge. We heard it is closed and plan to circumvent it but large signs advertises it is open so we continue on the trail until we reach the next ferrymen. Similar stories but we also see some interesting wildlife like the dipper bird which dives into the water searching for food. I feel a bit tricked into this boat tour since only once we depart the boatman explains we will not get off on the other side because of construction works, but just return to the starting point. So we have to walk all the way back through the Wild Gorge for the detour we originally planned for. This makes our schedule for the day a lot tighter since we want to catch our train back to Leipzig.

sdr

So we climb up a steep path reaching the village of Mezná and walk alongside the road to Mezni Louká where we hike on the Gabrielle’s Trail with spectacular views over the Bohemian Switzerland region. This takes a while and I get the feeling there are more and more people on the trails. It feels like half of Saxony and half of Bohemia are going for a hike, alongside with a lot of Polish and occasionally some Indians or Chinese. Interestingly there is a female majority, many groups consist mainly or exclusively of women. It is somehow easy to distinguish the Czech from the Germans as every Czech female appears to have a least one piece of clothing with pink color. Sometimes you get stuck behind groups and it is not easy to pass. People from both sides of the border are not known to be very friendly or polite, so I am not surprised that the only persons who greet us or thank us for letting them pass are Chinese tourists. The only notable exception are two kids with their father who politely say “Dobrý den” (good day) which we reciprocate. I am glad the conversation does not develop any further since my knowledge of Czech is limited to a few words. It happened more than once to me that I entered a shop in a foreign country saying a perfect greeting in the local lingo followed by some response in exactly this language which I was not able to understand anymore.

Finally we reach the Pravcicka Gate next to the restaurant called Falcon’s nest. It is the largest natural sandstone arch in Europe and was prominently featured in the first film of the Chronicles of Narnia. It is a rewarding view, but we do not stay that long hoping we still catch our train back to Leipzig. The way back through Hřensko and the street markets seem endless, my legs are tired but we make it and the train just arrives at the platform when we enter the railway station in Schöna.

cof

Der Sommer ist vorbei. Die herbstlichen Tage bieten sich für eine Wandertour an. Wir entscheiden uns für einen Ausflug zum Prebischtor. Das Tor ist eines der bekanntesten Felsformationen im Elbsandsteingebirge und befindet sich im tschechischen Teil.

Für den Tagesausflug bietet es sich an, auf den direkten Regionalexpress von Leipzig aus zurückzugreifen, der nur samstags fährt und sich vornehmlich an Wanderer richtet. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir den Endpunkt Schöna auf der deutschen Seite. Dort geht es mit der Fähre über die Elbe, gemeinsam mit schier endlosen Massen an Wanderfreunden gehobenen Alters. Auf der anderen Seite befindet sich das hübsche Örtchen Hřensko oder Herrenskretschen, welches sich über das Tal der Kamnitz (Kamenice) erstreckt. Das erste Stück in Hřensko fühlt sich seltsam an. Es strahlt eine atmosphärische Mischung zwischen DDR 1991 und asiatischen Straßenmärkten aus. Wir müssen uns durch eine Straßenmarktmeile quälen, wo Zigaretten, Schnapps und vor allem billige Klamotten von vietnamesischen Händern angeboten werden, die überall die gleiche nervige deutsche Schlagerpopmusik aus dem sächsischen Radio spielen.

cof

Wir wollen die große Tour laufen – beginnend mit den Kamnitzklammen und dem Prebischtor zum Abschluss. Also folgen wir dem Verlauf der Kamnitz und betreten die Edmundsklamm. Diese ist nicht etwa nach Prinz Edmund von Narnia benannt, sondern nach dem böhmischen Fürsten Edmund von Clary-Aldringen, der die Konstruktion des Wanderpfades im 19. Jahrhundert in Auftrag gegeben hat. Einen Teil des Weges kann man nur per Kahnfahrt bewältigen. Zum Glück können wir hier alles in Euro bezahlen. Der Fährmann versucht lustig zu sein und die Leute mit komischen Geschichten und albernen Namen für die Felsformationen zu unterhalten. Das kenne ich schon aus anderen Teilen der Welt. Da vorne sehen Sie den Löwenkopf, das hier ist der Elefant, ahhhh, und das ist E.T., ja Sie wissen schon, der E.T. aus dem Film? Meine Fantasie ist begrenzt und ich sehe vor allem Felsen. Und die Felsnadeln sind die fünf Schwestern: Danka, Lanka, Hanka, und so weiter. Aber wirklich sehr schön anzusehen.

Nach einem Kilometer geht es wieder runter vom Boot und wir laufen weiter zum nächsten Abschnitt, der Wilden Klamm. Wir haben gehört, diese sei gesperrt und haben uns schon eine Umleitung herausgesucht, aber auf großen Schildern steht geschrieben, dass die Wilde Klamm offen sei. Also laufen wir weiter, bis wir die nächsten Kähne erblicken. Auf der zweiten Bootsfahrt gibt es natürlich auch wieder die “lustigen” Geschichten, aber auch interessante Tiere wie die Wasseramsel, die bei ihrer Nahrungssuche tief ins Wasser abtaucht. Ich fühle mich ein wenig reingelegt, denn erst nach Ablegen des Kahns verrät uns der Bootsmann, dass wir auf der anderen Seite wegen der Bauarbeiten gar nicht aussteigen können, sondern wieder zum Ausgangspunkt zurück kehren. Also müssen wir den ganzen Weg durch die Wilde Klamm wieder zurück laufen und dann die ursprünglich geplante Umleitung laufen. Das macht unseren Tagesplan deutlich straffer. Schließlich wollen wir ja auch unseren Zug zurück noch erwischen.

sdr

Wir erklimmen den steilen Pfad hoch nach Stimmersdorf (Mezná) und laufen auf der Straße zur Rainwiese (Mezni Louká). Ab dort wandern wir auf dem Gabrielensteig und genießen spektakuläre Ausblicke auf die Böhmische Schweiz. Der Weg zieht sich und ich habe das Gefühl, dass es immer voller wird. Halb Sachsen und halb Böhmen scheint auf den Beinen zu sein, dazu noch etliche Polen und ein paar Chinesen und Inder. Interessanterweise gibt es eine weibliche Mehrheit auf den Wanderwegen. Viele Gruppen bestehen hauptsächlich oder ausschließlich aus Frauen. Die Tschechen von den Deutschen zu unterscheiden, ist gar nicht so schwer, denn jede Tschechin scheint mindestens ein rosafarbenes Kleidungsstück zu besitzen. Manchmal hängt man hinter Wandergruppen fest und kommt nicht so recht vorbei. Sowohl Sachsen als auch Tschechen sind nicht immer die freundlichsten Menschen, daher bin ich auch nicht überrascht, dass die einzigen Leute, die uns grüßen oder sich fürs Vorbeilassen bedanken, chinesische Touristen sind. Eine Ausnahme stellen noch zwei Kinder mit ihrem Vater da, die uns höflich mit “Dobrý den” (Guten Tag) begrüßen, was wir natürlich erwidern. Trotzdem bin ich froh, dass das Gespräch daraufhin nicht weiter geht, denn meine Tschechischkenntnisse sind auf wenige Wörter beschränkt. Es ist mir schon öfter im Ausland passiert, dass ich im Ladengeschäft eine perfekte Begrüßung in der lokalen Sprache hingelegt habe, die dann durch eine Antwort in genau dieser Sprache erwidert wurde, die ich dann nicht mehr verstanden habe.

Endlich kommen wir am Prebischtor an. Dort befindet sich auch das Restaurant namens Falkennest. Das Prebischtor ist das größte Sandsteintor Europas. In dem ersten Film der Chroniken von Narnia ist es zu sehen. Der Ausblick ist fabelhaft und es hat sich gelohnt. Wir bleiben allerdings nicht all zu lang in der Hoffnung, noch den Zug zurück nach Leipzig zu bekommen. Der Rückweg durch Hřensko und die Straßenmärkte zieht sich ewig hin. Meine Beine sind schlaff, aber wir schaffen es und der Zug fährt gerade ein, als wir es bis auf den Bahnsteig in Schöna geschafft haben.